{"id":79547,"date":"2017-09-18T00:00:00","date_gmt":"2017-09-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/gender-diversitaet-in-der-politik-sind-die-schweiz-und-serbien-gleich-auf\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:22","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:22","slug":"gender-diversitaet-in-der-politik-sind-die-schweiz-und-serbien-gleich-auf","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/gender-diversitaet-in-der-politik-sind-die-schweiz-und-serbien-gleich-auf\/","title":{"rendered":"Gender Diversit\u00e4t in der Politik: Sind die Schweiz und Serbien gleich auf?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Am Mittwoch w\u00e4hlt das Schweizer Parlament einen neuen Bundesrat oder eine neue Bundesr\u00e4tin. In der Schweiz wird dar\u00fcber diskutiert, ob es wichtiger ist, einer weiblichen oder tessiner Vertretung den Sitz von Didier Burkhalter zu \u00fcberlassen. Serbien hingegen hat den Ministerpr\u00e4sidentenposten nicht nur zum ersten Mal mit einer Frau, sondern sogar mit einer bekennenden Lesbe besetzt. Und das, obwohl die orthodoxe Kirche im Land gegen homosexuelle Personen hetzt <\/b><b><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/serbien-homosexuelle-ana-brnabic-wird-neue-regierungschefin-a-1152451.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><u>und sie zum Beispiel f\u00fcr Umweltkatastrophen verantwortlich macht<\/u><\/a><\/b><b>. Welche Kontroversen w\u00fcrde wohl eine LGBTIQ-Person<a href=\"http:\/\/34.65.158.36\/#_ftn1\" rel=\"nofollow\">[1]<\/a>\u00a0im Schweizer Bundesrat ausl\u00f6sen?<\/b>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nKonservative Politiker*innen und die orthodoxe Kirche sind emp\u00f6rt, ab der Wahl von Ana Brnabic als Serbiens neue Ministerpr\u00e4sidentin. Laut Umfragen, glaubt noch immer fast 50% der Bev\u00f6lkerung,\u00a0<a title=\"Link: http:\/\/www.lgbti-era.org\/content\/serbia\" href=\"http:\/\/www.lgbti-era.org\/content\/serbia\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">dass Homosexualit\u00e4t eine Krankheit ist<\/a>. Trotz starker Vorbehalte seitens Politiker*innen, entschied sich der neue serbische Staatspr\u00e4sident Aleksandar Vucic f\u00fcr die Wahl Brnabics.\n\n<b>LGBTIQ-Anliegen sind in der Schweiz mehrheitsf\u00e4hig<\/b>\n\nIn der Schweiz wirkt der gesellschaftliche Diskurs gegen\u00fcber LGBTIQ-Personen offener. Die gleichgeschlechtliche Doppelhochzeit der Stadtpr\u00e4sidentin Corine Mauch und des Z\u00fcrcher Stadtrats Andr\u00e9 Odermatt 2014, sorgte zwar f\u00fcr Schlagzeilen in der schweizer Boulevardpresse, politisch war sie aber kaum Thema. Mit Markus Hungerb\u00fchler (CVP), k\u00f6nnte der erste homosexuelle Vater, dessen Kind von einer Leihmutter ausgetragen wurde, Z\u00fcrcher Stadtrat werden. Sogar die konservative SVP hat mit Hans-Ueli Vogt einen geouteten Politiker an ihrer Spitze. Alle grossen politischen schweizer Parteien bef\u00fcrworten, mit einer Ausnahme, die Stiefkindsadoption. Und mit der Annahme der \u00abEhe f\u00fcr Alle\u00bb in Deutschland, k\u00f6nnte sich diese bald auch in der Schweiz durchsetzen.\n\nDie Verabschiedung der Stiefkindadoption f\u00fcr homosexuelle Paare durch das Schweizer Parlament 2016 zeigt, dass gewisse Anliegen der LGBTIQ-Communities mehrheitsf\u00e4hig sind. Laut einer Umfrage von Pink Cross, unterst\u00fctzt das Volk die \u00d6ffnung der Ehe f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare (69%) sowie die Erweiterung des Antirassismusartikels auf Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentit\u00e4t (86%). Gesellschaftliche Kontroversen gibt es allerdings bei der Asylgew\u00e4hrung, wegen Verfolgung aufgrund sexueller Orientierung und Themen, welche die traditionelle Familienstruktur \u00abgef\u00e4hrden\u00bb, wie volle Adoptionsrechte f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare und Leihmutterschaft.\n\n<b>Diskrepanz zwischen Image und Realit\u00e4t<\/b>\n\nBer\u00fccksichtigt man hingegen die Rechtslage von LGBTIQ-Personen, tr\u00fcgt das Bild einer liberalen Schweiz. Gem\u00e4ss der NGO ILGA-Europe liegt die Schweiz, hinsichtlich der Menschenrechtslage von LGBTIQ-Personen, auf Platz 26 von 49 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern \u2013 gerade mal zwei Pl\u00e4tze vor Serbien. Als problematisch gilt einerseits, dass homosexuellen Paaren die Ehe und die damit verbundene Adoption von nicht-leiblichen Kindern verwehrt bleibt. Als weiterer Punkt hinzu kommen die eingeschr\u00e4nkten M\u00f6glichkeiten eines medizinischen und rechtlichen Geschlechtswechsels von Transpersonen, sowie ein fehlender Rechtsschutz gegen Hassverbrechen aufgrund von sexueller Orientierung, Geschlechtsidentit\u00e4t und\/oder Geschlechtsmerkmalen. Zudem werden Intersex-Kinder in den meisten F\u00e4llen, noch immer geschlechtsanpassenden Genitaloperationen unterzogen; eine Menschenrechtsverletzung, f\u00fcr welche die Schweiz\u00a0<a title=\"Link: https:\/\/www.humanrights.ch\/de\/menschenrechte-schweiz\/inneres\/gruppen\/kinder\/zweites-berichterstattungsverfahren-umsetzung-kinderrechtskonvention\" href=\"https:\/\/www.humanrights.ch\/de\/menschenrechte-schweiz\/inneres\/gruppen\/kinder\/zweites-berichterstattungsverfahren-umsetzung-kinderrechtskonvention\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">vom UN-Kinderrechtskomitee verurteilt wurde<\/a>.\n\n<b>Inklusive Politik f\u00fcr alle LGBTIQ-Personen \u2013 auch f\u00fcr Trans- und Intersex-Personen<\/b>\n\nIn der Schweiz werden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentit\u00e4t und Geschlechtsmerkmale, zwar noch immer ausgegrenzt, verlieren ihren Job oder machen Gewalterfahrungen. Auch sind LGBTIQ-Personen \u00fcberproportional von Depressionen, Suizidversuchen und Arbeitslosigkeit betroffen. Ein wachsender Anteil der Schweizer Bev\u00f6lkerung akzeptiert sie hingegen als Teil als der Gesellschaft, und vor allem Homosexualit\u00e4t erregt zunehmend weniger Aufsehen.\n\nW\u00e4hrend ein*e homosexuelle*r Bundesrat*in heute nicht mehr undenkbar w\u00e4re, bleiben Transpersonen und (geoutete) Intersex-Personen in der schweizer Politiklandschaft weitgehend unsichtbar. Die Wahl Ana Brnabics zeigt, dass politische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten einen Diskurs in der Gesellschaft anregen. Bestenfalls f\u00fchrt dies zu steigender Akzeptanz homosexueller Personen in Serbien. \u00a0Den gleichen Effekt k\u00f6nnte die Wahl einer Transperson in eine politische F\u00fchrungsposition in der Schweiz haben. Doch derzeit werden diese im rechtlichen und medizinischen Diskurs immer noch pathologisiert und als \u00abgeistig krank\u00bb dargestellt.\n\n[1] LGBTIQ steht f\u00fcr lesbisch, gay (schwul), bisexuell, transgender, intersex und queer.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68606,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[1849],"custom-themes":[1826],"class_list":["post-79547","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","region-europa","custom-themes-gender-diversity"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79547","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79547"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79547"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79547"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79547"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}