{"id":79680,"date":"2016-10-17T00:00:00","date_gmt":"2016-10-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/2-fuer-1-armutsreduktion-und-klimarettung\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:40","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:40","slug":"2-fuer-1-armutsreduktion-und-klimarettung","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/2-fuer-1-armutsreduktion-und-klimarettung\/","title":{"rendered":"2 f\u00fcr 1: Armutsreduktion und Klimarettung"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Die Weltgemeinschaft hat sich hehre Ziele gesetzt: die Armut beseitigen und den Klimawandel stoppen. Wunschtr\u00e4ume? Eine neue Studie sagt \u201eNein\u201c und glaubt sogar, dass es fast zum Nulltarif zu haben ist.<\/b>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nIm September 2015 beschloss die internationale Staatengemeinschaft am UN-Hauptsitz in New York unsere Welt mittels der Agenda 2030 zu transformieren. Kernst\u00fcck dieser Agenda sind die 17 Sustainable Development Goals (SDG), welche bereits mehrmals auf diesem Blog Thema waren. Armut in jeder Form und \u00fcberall zu beenden, steht berechtigterweise als SDG1 an erster Stelle. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Millenniumsentwicklungszielen, soll dies nun als Teil einer gesamtheitlichen Transformation zu einer nachhaltigen Welt-Gesellschaft geschehen. Die Herausforderungen sind entsprechend vielf\u00e4ltig.\n\nEin zentraler Punkt wurde Mitte 2015 vom IWF in einer umfassenden Studie angesprochen: die Subventionen fossiler Energie. Gem\u00e4ss der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/survey\/so\/2015\/new070215a.htm\" rel=\"nofollow noopener\">Studie<\/a>\u00a0betrugen die weltweiten Energie-Subventionen im Jahr 2011 4.2 Billionen US-Dollar, doppelt so viel wie zuvor angenommen. F\u00fcr das Jahr 2015 sch\u00e4tzt der IWF die Kosten auf 5.3 Billionen US-Dollar, also 6.5 Prozent des globalen BSP. Wenn die Menschheit SDG1 und alle weiteren SDG bis 2030 wirklich erreichen will, braucht es neue, mutige Ans\u00e4tze, die nachhaltige Entwicklung mit Armutsreduzierung verbinden\n\n<b>Armutsreduktion statt Erderw\u00e4rmung<\/b>\n\nDie beiden Entwicklungs\u00f6konomen Chris Hoy und Andy Summer vom<i>Center for Global Development<\/i>\u00a0haben k\u00fcrzlich einen solchen L\u00f6sungsansatz<a href=\"http:\/\/www.cgdev.org\/sites\/default\/files\/gasoline-guns-and-giveaways-end-three-quarters-global-poverty-0.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">publiziert<\/a>. Sie schlagen vor, dass ein grosser Teil der globalen Armut \u2013 sie sprechen von 75 Prozent &#8211; beseitigt werden kann, indem Ausgaben f\u00fcr sogenannten\u00a0<i>public bads<\/i>\u00a0stattdessen f\u00fcr die Armutsreduktion genutzt werden. Die Autoren nennen zu hohe Milit\u00e4rausgaben und die Subvention von fossiler Energie als Beispiele f\u00fcr\u00a0<i>public bads<\/i>, wobei im Folgenden der Fokus auf den Subventionen liegen wird.\n\nIn der Entwicklungs\u00f6konomie wird generell davon ausgegangen, dass die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens nationale Armut nicht \u00fcber Steuererh\u00f6hungen bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen. Wachstum wird oft als einzige L\u00f6sung pr\u00e4sentiert. Die Autoren glauben jedoch eine L\u00f6sung gefunden zu haben \u201eto end global poverty quicker than waiting for growth.\u201c 2011 summierten sich die Kosten f\u00fcr die Subventionen von fossilen Brennstoffen in L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens auf 895 Milliarden US-Dollar (oder fast 2 Billionen in 2011 PPP Dollar). Davon profitiert \u00fcber-proportional die Auto-fahrende Oberschicht. Diese Gelder sollten laut den Autoren nun \u00fcber bereits bestehende nationale Armutsbek\u00e4mpfungs-Programme umverteilt werden. Damit versprechen sie sich einen substanziellen Beitrag zur globalen Beseitigung der Armut.\n\n<b>5.8 Prozent weniger CO<sub>2<\/sub>-Emmissionen<\/b>\n\nDie International Energy Agency (IEA)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.iea.org\/publications\/freepublications\/publication\/WEO2011_WEB.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">sch\u00e4tzt<\/a>\u00a0das die Beseitigung aller Subventionen f\u00fcr fossile Brennstoffe in L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens bis 2020 zu einem R\u00fcckgang der CO<sub>2<\/sub>-Emmissionen von 5.8 Prozent f\u00fchren w\u00fcrde. Damit wird schnell klar, dass von der obigen Strategie nicht nur die Armen profitieren w\u00fcrden, sondern die ganze Welt. Die\u00a0<i>Global Subsidies Initiative<\/i>\u00a0<a href=\"http:\/\/norden.diva-portal.org\/smash\/get\/diva2:860647\/FULLTEXT02.p\" rel=\"nofollow noopener\">sch\u00e4tzt<\/a>, dass ein weltweiter Stopp der Subventionen zu einem durchschnittlichen nationalen Emissionsr\u00fcckgang von 11 Prozent f\u00fchrt. Wenn 30 Prozent der eingesparten Gelder dann noch f\u00fcr erneuerbare Energien und Energieeffizienz-Projekte eingesetzt werden, k\u00f6nnten die Emissionsreduktionen 18 Prozent erreichen. Schliesslich d\u00fcrften sich sogar wirtschaftsliberale PolitikerInnen \u00fcber eine globale Streichung der Subventionen von fossilen Brennstoffen freuen, als Beseitigung einer der gr\u00f6ssten Marktverzerrungen weltweit.\n<div>\n\n<b>Wo ist der Haken?<\/b>\n\nDie Idee der Herren Hoy und Summer ist auf den ersten Blick bestechend. Trotzdem gibt es einige H\u00fcrden auf dem Weg einer erfolgreichen Implementierung. Bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zwischen benachbarten L\u00e4nder, w\u00fcrde der Schwarzhandel zunehmen. Und auch politisch ist es \u00e4usserst schwierig, Subventionen f\u00fcr fossile Energietr\u00e4ger zu beenden. Ecuador, dass teilweise eine sehr progressive Umweltpolitik verfolgt,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.eltelegrafo.com.ec\/noticias\/english-bulletin\/1\/fuel-subsidies-phase-out-ecuador-diesel-gasoline-propane\" rel=\"nofollow noopener\">k\u00fcndete<\/a>\u00a02013 an, die Subventionen herunterzufahren. 2014 waren sie trotzdem\u00a0<a href=\"http:\/\/latinamericacurrentevents.com\/ecuador-fuel-subsidies-increase-60-percent-for-january-2014\/30800\/\" rel=\"nofollow noopener\">60 Prozent h\u00f6her<\/a>. Hoffen l\u00e4sst ein k\u00fcrzliche\u00a0<a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/greengrowth\/oecd-welcomes-ground-breaking-peer-reviews-by-china-and-us-of-their-fossil-fuel-subsidies.htm\" rel=\"nofollow noopener\">Ank\u00fcndigung<\/a>der USA und China vor dem letzten G20 Gipfel. Die beiden L\u00e4nder wollen zuk\u00fcnftig\u00a0<i>peer-reviews<\/i> ihrer Subventionen zulassen. Dies k\u00f6nnte laut der OECD ein erster Schritt sein f\u00fcr \u201ewidespread reform across G20 countries of inefficient public support to fossil fuels.\u201c Einmal implementiert, w\u00fcrde es wohl nicht lange gehen, bis die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens diese Politik aufnehmen.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68606,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1953],"class_list":["post-79680","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-internationale-zusammenarbeit-entwicklung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79680","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79680"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79680"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}