{"id":79682,"date":"2012-08-17T00:00:00","date_gmt":"2012-08-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/jahreskonferenz-der-schweizer-entwicklungszusammenarbeit-foraus-stellt-fragen-zur-wirksamkeit\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:41","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:41","slug":"jahreskonferenz-der-schweizer-entwicklungszusammenarbeit-foraus-stellt-fragen-zur-wirksamkeit","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/jahreskonferenz-der-schweizer-entwicklungszusammenarbeit-foraus-stellt-fragen-zur-wirksamkeit\/","title":{"rendered":"Jahreskonferenz der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit: foraus stellt Fragen zur Wirksamkeit"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<em>Von <\/em><em>Vera Eichenauer, Marco Faehndrich, Men-Andrin Meier, Pablo Padrutt, Maximilian Stern, Maria Barbara Stoll, Andreas Weber <\/em><em>\u00a0&#8211; <\/em><strong><em>foraus<\/em> wurde eingeladen, an der diesj\u00e4hrigen Jahreskonferenz der Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (SECO) einen Denkanstoss zur Wirksamkeit der Entwicklungshilfe zu geben. Nach der Er\u00f6ffnungsrede von Bundesrat Didier Burkhalter richtete sich <em>foraus<\/em> mit folgenden Fragen an das Konferenzpublikum:<\/strong>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n<ul>\n \t<li>Die heutige Jahreskonferenz der DEZA und des SECO steht ganz im Zeichen der Wirksamkeit unserer Entwicklungshilfe. Noch wichtiger als diese sogenannte <em>Aid Effectiveness<\/em> ist aus unserer Sicht die <u>Wirkung der Gesamtheit der Schweizer Politik auf die Entwicklungschancen armer L\u00e4nder<\/u>. \u00dcberlegen wir uns die Auswirkungen unserer Handelspolitik, unserer Landwirtschaftspolitik, unserer Sicherheitspolitik und unserer Migrationspolitik auf Entwicklung? Mit anderen Worten, wie kommen wir von der <em>Aid Effectiveness<\/em> zur <em><u>Development Effectiveness<\/u><\/em>?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n \t<li>Staatliche Entwicklungsagenturen wollen und sollen gegen\u00fcber ihren Regierungen, ihren Parlamenten und gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit genauer Rechenschaft \u00fcber den Einsatz ihrer Mittel ablegen. Genau das tun DEZA und SECO mit der heutigen Konferenz. Mindestens so wichtig wie Transparenz gegen\u00fcber Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern in den Geberl\u00e4ndern ist jedoch die <u>M\u00f6glichkeit zur konkreten<\/u> <u>Einflussnahme f\u00fcr die Betroffenen in Entwicklungsl\u00e4ndern<\/u>: Die eigentlichen \u201eKundinnen und Kunden\u201c m\u00fcssen mitentscheiden k\u00f6nnen. Wie verwirklicht die Entwicklungshilfe diese Rechenschafts-pflicht gegen\u00fcber Hilfsempf\u00e4ngern? Was tun bilaterale Entwicklungsagenturen f\u00fcr diese sogenannte <em><u>Downward Accountability<\/u><\/em>?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n \t<li>Die Paris Declaration on Aid Effectiveness betont, dass Koordination zwischen verschiedenen staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungsakteuren f\u00fcr die Wirkung der Entwicklungshilfe entscheidend ist. Das Potpourri an Hilfeleistern f\u00fchrt zu <u>Doppelspurigkeiten<\/u> und oft auch zu einer <u>\u00dcberforderung<\/u> der lokalen Regierungen. Die Schweiz ist international anerkannt f\u00fcr ihre <u>Organisationsf\u00e4higkeit<\/u>, beispielsweise auf unseren drei politischen Ebenen: Gemeinden, Kantone und Bund. Kann die Schweiz den Regierungen in Entwicklungsl\u00e4ndern anbieten, sie in der Tradition unserer \u201eguten Dienste\u201c bei der <u>Koordination der zahlreichen Geberorganisationen<\/u> zu <u>unterst\u00fctzen<\/u>?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n \t<li>Die neue Botschaft des Bundesrates zur internationalen Zusammenarbeit der Schweiz sieht zurecht einen st\u00e4rkeren Fokus auf <u>fragile Staaten<\/u> vor. Diesen politisch instabilen L\u00e4ndern wird es auf absehbare Zeit nicht gelingen, ihre Bev\u00f6lkerung mit einem Minimum an \u00f6ffentlichen Dienstleistungen zu versorgen. In solchen schwierigen, unsicheren Kontexten sind <u>Monitoring und Wirkungsmessung meist aufwendiger und teurer<\/u>. Sind Verwaltung und Parlament bereit, solche Zusatzkosten zu akzeptieren? K\u00f6nnen sie damit umgehen, dass in einem schwierigen Umfeld voraussichtlich auch mehr Projekte als gescheitert abgeschrieben werden m\u00fcssen?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n \t<li>Wir lernen wohl am besten aus Fehlern. Wie f\u00f6rdern Organisationen der Entwicklungshilfe gezielt eine <u>Fehlerkultur<\/u>? Bestehen konkrete Anreize, Fehler und Misserfolge offen zu diskutieren anstatt sie sch\u00f6nzuf\u00e4rben? K\u00f6nnen DEZA und SECO mit gutem Beispiel voran gehen und regelm\u00e4ssig <em><u>Bad Practice Seminars<\/u><\/em> veranstalten, in denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer konstruktiven Atmosph\u00e4re von ihren Fehl\u00fcberlegungen, Missgeschicken und daraus gezogenen Lehren berichten?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n \t<li>Viele staatliche Entwicklungsagenturen bet\u00e4tigen sich gleichzeitig in nahezu allen Entwicklungsl\u00e4ndern und auch noch in den verschiedensten Sektoren, die von Gesundheit \u00fcber Infrastruktur bis hin zu l\u00e4ndlicher Entwicklung reichen. Das Schweizer Parlament hat immer wieder eine Reduktion der Anzahl Schwerpunktsl\u00e4nder gefordert. Wir fragen uns, ob die Themen- und L\u00e4ndervielfalt der staatlichen Entwicklungs-agenturen tats\u00e4chlich zulasten der Wirksamkeit ihrer Aktivit\u00e4ten geht. Mit anderen Worten, erh\u00f6ht eine <u>thematische und regionale Spezialisierung<\/u> die Wirksamkeit der Hilfe?<\/li>\n<\/ul>\n<em>Der foraus-Blog ist ein Forum, das sowohl den foraus-Mitgliedern als auch Gastautoren\/innen zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Die hier ver\u00f6ffentlichten Beitr\u00e4ge sind pers\u00f6nliche Stellungsnahmen der Autoren\/innen. Sie entsprechen nicht zwingend der Meinung der Redaktion oder des Vereins foraus.<\/em>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1953],"class_list":["post-79682","blog-post","type-blog-post","status-publish","hentry","custom-themes-internationale-zusammenarbeit-entwicklung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79682"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79682"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}