{"id":79763,"date":"2016-02-26T00:00:00","date_gmt":"2016-02-25T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/gerhard-pfister-superchrist\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:52","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:52","slug":"gerhard-pfister-superchrist","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/gerhard-pfister-superchrist\/","title":{"rendered":"Gerhard Pfister Superchrist?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Der designierte CVP-Pr\u00e4sident Gerhard Pfister m\u00f6chte nur noch Christen als Fl\u00fcchtlinge aufnehmen. Dumm nur, dass selektive Scheinsolidarit\u00e4t nicht nur dem Wirken der Kirchen, sondern auch dem christlichen Geist selbst widerspricht.<\/b>\n\n<\/div>\n&nbsp;\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nHerzlich wenig verbindet Robert Fico und Gerhard Pfister auf den ersten Blick: Der Eine ist Ex-KP-Mitglied (als es nur eine Partei gab) und sozialdemokratischer Ministerpr\u00e4sident der Slowakei, der Andere ein auf seine katholische Pr\u00e4gung stolzer CVP-Politiker aus dem Kanton Zug. Den beiden Herren gemein ist aber die Forderung, ihre L\u00e4nder sollten m\u00f6glichst nur noch christliche Fl\u00fcchtlinge aufnehmen. Pfister begr\u00fcndet, dass &#8220;Christen, Frauen und Kinder&#8221; besonders gef\u00e4hrdet seien und daher eine Pr\u00e4ferenz gen\u00f6ssen. Fico gab zun\u00e4chst den Einf\u00fchlsamen: Muslime w\u00fcrden sich &#8220;nicht heimisch f\u00fchlen&#8221;, da es in der Slowakei keine Moscheen g\u00e4be. Nach den Ereignissen von Paris und K\u00f6ln war aber pl\u00f6tzlich nur noch von potenziellen Terroristen und Vergewaltigern die Rede.\n\n<b>Zynisch und gef\u00e4hrlich<\/b>\n\nUnbestreitbar ist, dass im Nahen Osten auch Christen verfolgt werden und dass spezifisch gegen &#8220;Ungl\u00e4ubige&#8221; gerichtete Gewalt existiert. Doch im Wissen, dass es grossmehrheitlich Muslime sind, die vor dem Despoten Assad und dem Terrorstaat IS fliehen, ist es zynisch, die Hilfsbereitschaft auf eine willk\u00fcrlich gew\u00e4hlte Gruppe zu beschr\u00e4nken: Ein wohlt\u00e4tiges M\u00e4ntelchen wird um die Absicht gelegt, so wenig Fl\u00fcchtlinge wie nur m\u00f6glich aufzunehmen. Die selektive Scheinsolidarit\u00e4t ist zudem brandgef\u00e4hrlich: Wenn sich bei Fl\u00fcchtlingen, die wegen ihrer Religionszugeh\u00f6rigkeit abgewiesenen werden, der Frust anstaut, ist der Weg zur Radikalisierung und zum kollektiven Hass nicht mehr weit.\n\n<b>Christen aufgekl\u00e4rter als ihre &#8220;Verteidiger&#8221;<\/b>\n\nZum Gl\u00fcck haben die scheinheiligen Kreuzritter die Rechnung ohne die Sch\u00e4fchen und ihre Hirten gemacht: So gibt es unz\u00e4hlige Pfarreien und Kirchgemeinden, welche ihre R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr die Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen zur Verf\u00fcgung gestellt haben. Und selbst in den Bischofssitz des Bistums Basel sind Muslime und Christen aus Syrien und Eritrea eingezogen. &#8220;Die Bibel erinnere uns daran, dass Gott Frau und Mann nach seinem Bilde geschaffen hat, ungeachtet ihrer Religion oder Herkunft&#8221;, sagt Gottfried Locher vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund. Und mit Papst Franziskus wendet sich der h\u00f6chste katholische W\u00fcrdentr\u00e4ger gegen kurzsichtige Abschottungspolitik, indem er sagt: \u201eSie wissen doch, welches Ende Mauern nehmen: Alle Mauern st\u00fcrzen ein! Heute, morgen oder nach hundert Jahren st\u00fcrzen sie ein. Die Mauer ist keine L\u00f6sung.&#8221; Zudem ist es Kern des Selbstverst\u00e4ndnisses der \u201eKatholizit\u00e4t\u201c, dass Kirche durch Migration \u00fcberhaupt erst entstanden ist und dass die V\u00f6lker- und Sprachenvielfalt eine heilsgeschichtliche Vorwegnahme einer \u00abneuen Menschheit\u00bb sei.\n\n<b>Herr Pfister, spielen Sie mit offenen Karten!<\/b>\n\nWelches Verst\u00e4ndnis des Christseins der k\u00fcnftige CVP-Pr\u00e4sident Gerhard Pfister vertritt, muss er selbst wissen. Es ist in einem aufgekl\u00e4rten Staat mit Religionsfreiheit auch seine Privatsache. Pfister aber w\u00e4re gut beraten, offen zu seiner harten Linie in der Migrationspolitik zu stehen \u2013 und keinen Missbrauch der eigenen wie fremden Religion zu betreiben. Denn wenn dieser diskursive Religionsmissbrauch Schule macht, ist auch hierzulande der \u00fcber Jahrhunderte m\u00fchsam errungene Religionsfrieden gef\u00e4hrdet.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68605,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1820],"class_list":["post-79763","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-migration"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79763","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79763"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79763"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79763"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79763"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}