{"id":79764,"date":"2015-11-18T00:00:00","date_gmt":"2015-11-17T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/indicate-this-wie-nachhaltige-entwicklung-messen\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:52","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:52","slug":"indicate-this-wie-nachhaltige-entwicklung-messen","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/indicate-this-wie-nachhaltige-entwicklung-messen\/","title":{"rendered":"Indicate this! Wie nachhaltige Entwicklung messen?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>\u00a0Die eigentliche Knochenarbeit zur Umsetzung und Erreichung der ambitionierten Sustainable Development Goals steht noch bevor: die Erarbeitung der Indikatoren.<\/b>\n\n<\/div>\n&nbsp;\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nDie statistische Kommission der Vereinten Nationen schuf im M\u00e4rz 2015 mit der\u00a0<a href=\"http:\/\/unstats.un.org\/sdgs\/iaeg-sdgs\/\" rel=\"nofollow noopener\">IAEG-SDGs<\/a>\u00a0eine Expertengruppe, die mit der Erstellung eines Frameworks von Indikatoren f\u00fcr die SDG beauftragt wurde. Damit wird auch die Wichtigkeit der Indikatoren im Umsetzungsprozess der SDG klar unterstrichen. In der Tat sind die Indikatoren das R\u00fcckgrat der SDG um den angestrebten Fortschritt zu erfassen. Nun gilt es angemessene Indikatoren herauszuarbeiten f\u00fcr die Ende September angenommenen SDG.\n\n<b>Auf der Suche nach dem gemeinsamen Nenner<\/b>\n\nAn ihrer zweiten Sitzung in\u00a0<a title=\"Link: http:\/\/unstats.un.org\/sdgs\/meetings\/iaeg-sdgs-meeting-02\" href=\"http:\/\/unstats.un.org\/sdgs\/meetings\/iaeg-sdgs-meeting-02\" rel=\"nofollow noopener\">Bangkok Ende Oktober<\/a>\u00a0konnte die IAEG-SDGs einen weiteren Schritt bei der Ausarbeitung der Indikatorenliste machen. Es gibt allerdings noch einige Herausforderungen zu meistern, bis die endg\u00fcltige Auswahl im M\u00e4rz 2016 zur Verabschiedung vorgelegt werden kann: Aus einer Liste von anfangs 164 Indikatoren m\u00fcssen schrittweise detaillierte Spezifikationen ausgearbeitet werden, welche sowohl den Anspr\u00fcchen der breitgefassten SDG gerecht werden, als auch den heterogenen Voraussetzungen unter den Mitgliedstaaten Rechnung tragen. Kein leichtes Unterfangen, schliesslich verf\u00fcgen viele Staaten noch \u00fcber begrenzte Kapazit\u00e4ten im Bereich ihrer statistischen Systeme.\n\nEs ist deshalb sinnvoll die Anzahl der Indikatoren m\u00f6glichst klein zu halten, um ihre Anwendbarkeit sicherzustellen und die beabsichtigte Umsetzung der SDG zu veranlassen. Eine M\u00f6glichkeit dieser Problematik entgegenzutreten bietet sich durch die Anwendung von\u00a0<i>multi-purpose indicators<\/i>, welche verschiedene Ziele gleichzeitig messen und damit den Aufwand der Datenerhebung und \u2013verarbeitung reduzieren. So wird etwa die Anzahl der Todesf\u00e4lle, Vermissten, Verletzten, Umgesiedelten und Evakuierten infolge von Katastrophen pro 100\u2018000 Einwohner als Indikator f\u00fcr verschiedene Ziele verwendet. Er kommt sowohl bei Armutszielen (Target 1.5) zur Anwendung, aber auch bei den Zielen zur St\u00e4dte- und Siedlungsentwicklung (Target 11.5) oder den Zielen zur Bek\u00e4mpfung von Klimawandel (Target 13.1). Solche\u00a0<i>multi-purpose indicators<\/i>\u00a0werden also bereits vereinzelt aufgef\u00fchrt. Aber angesichts der Gefahr einer \u00dcberforderung der statistischen Systeme muss die IAEG-SDGs die m\u00f6gliche Anwendung weiterer derartiger Mehrzweckindikatoren \u00fcberpr\u00fcfen.\n\n<b>Messbarkeit der Entwicklungsziele ist fundamental<\/b>\n\nDas Vorg\u00e4ngerprogramm zu den SDG, die Millennium Development Goals (MDG), haben neben den inhaltlichen Erfolgen vor allem eine\u00a0<a href=\"http:\/\/www.un.org\/millenniumgoals\/2015_MDG_Report\/pdf\/MDG%202015%20rev%20(July%201).pdf\" rel=\"nofollow noopener\">wichtige Erkenntnis<\/a>\u00a0gebracht: Statistische Daten sind ein unverzichtbares Element der Entwicklungsagenda. Verl\u00e4ssliche Daten bieten hierbei eine bedeutende Grundlage im Entscheidungsprozess rund um die Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele. In Kenia f\u00fchrte beispielsweise die statistische Erhebung der Schuleintrittszahlen zur Sichtbarmachung der Disparit\u00e4ten im Bildungszugang zwischen den verschiedenen Regionen des Landes. Als Konsequenz wurden durch die Einf\u00fchrung von Schulern\u00e4hrungsprogrammen, g\u00fcnstigen Internatsschulen und mobilen Schulen konkrete politische Massnahmen ergriffen, um gegen die Ungleichheit beim Bildungszugang vorzugehen. Dies zeigt, wie wichtig die Datenverf\u00fcgbarkeit im Hinblick auf die Umsetzung der Entwicklungsziele ist. Dementsprechend bedarf es eines starken politischen Bekenntnisses und einer signifikanten Erh\u00f6hung der Ressourcen um die Datennachfrage zu bew\u00e4ltigen, welche sich auch durch die SDG Indikatoren ergibt.\n\nEin Schl\u00fcsselfaktor um die Datenqualit\u00e4t im Rahmen der SDG zu sichern, wird die Festsetzung globaler Standards und die Schaffung eines integrierten statistischen Systems zur \u00dcberwachung des Fortschritts sein. Vor allen Dingen ist es n\u00f6tig die Sicherstellung der Daten auf lokaler und nationaler Ebene so weit zu entwickeln, dass daraus globale und regionale Vergleichswerte geschaffen werden k\u00f6nnen. Dieses Vorhaben ist aber nur realisierbar, wenn sich die internationale Gemeinschaft bewusst wird, dass wesentliche Investitionen in die statistischen Kapazit\u00e4ten erfolgen m\u00fcssen, um die Umsetzung eines integrierten Frameworks von Indikatoren zu garantieren. Ein\u00a0<a href=\"http:\/\/unsdsn.org\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/150320-SDSN-Indicator-Report.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">integriertes Framework<\/a>\u00a0ber\u00fccksichtigt die Voraussetzungen der verschiedenen politischen Ebenen und bewirkt durch eine klare Formulierung der Indikatoren deren Anwendbarkeit auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene. Was die bisherigen Treffen der IAEG-SDGs aber gezeigt haben, l\u00e4sst Zweifel an der Machbarkeit eines derartigen Frameworks aufkommen. Zu gross scheint die Diskrepanz zwischen den fortgeschrittenen statistischen Systemen westlicher Staaten und den limitierten M\u00f6glichkeiten von Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern und allzu oft fehlt der politische Wille diese Diskrepanz zu \u00fcberwinden. Auch die\u00a0<a href=\"http:\/\/www.un.org\/esa\/ffd\/ffd3\/\" rel=\"nofollow noopener\">Addis Abeba-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung<\/a>\u00a0im Juli 2015 verpasste die Chance, ein klares finanzielles Bekenntnis zur St\u00e4rkung der Datensysteme zu \u00e4ussern. Dabei w\u00e4re dies genauso fundamental wie die inhaltliche Zielsetzung selbst, schliesslich werden nur jene Ziele in Angriff genommen, deren Erfolge sich auch messen lassen.\n\n<b>Massgebend f\u00fcr den Erfolg der SDG<\/b>\n\nDie Vereinten Nationen haben sich mit der Annahme der SDG ein \u00e4usserst ambitioniertes Programm gesetzt. Die Ausarbeitung der darin enthaltenen Ziele, so lobenswert diese auch sein m\u00f6gen, stellt aber nicht das eigentliche Problem dar. Sollen die festgelegten Ziele auch Realit\u00e4t werden, m\u00fcssen die dazu notwendigen Bemessungsgrundlagen verf\u00fcgbar sein und bei der Erstellung der Indikatorenliste zwingend ber\u00fccksichtigt werden. Jedes noch so hehre Ziel ist wertlos, wenn der Fortschritt seiner Verwirklichung nicht gemessen werden kann. Deshalb muss der Fokus nun auf die Schaffung der ben\u00f6tigten Datensysteme gelegt werden. Wenn aber die Priorit\u00e4t der statistischen Systeme und damit die Bedeutung der Indikatoren verkannt werden, laufen die SDG Gefahr ihren eigenen Anspr\u00fcchen nicht gerecht zu werden.<i><\/i>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68605,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1952],"class_list":["post-79764","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-klima"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79764","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79764"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79764"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79764"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79764"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}