{"id":79820,"date":"2015-09-28T00:00:00","date_gmt":"2015-09-27T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/niemanden-zurueck-lassen\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:00","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:00","slug":"niemanden-zurueck-lassen","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/niemanden-zurueck-lassen\/","title":{"rendered":"Niemanden zur\u00fcck lassen"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Am <\/b><b>Wochenende hat die UN-Generalversammlung die neue Agenda der nachhaltigen Entwicklungsziele abgesegnet<\/b><b>.\u00a0<\/b><b>In 17 Handlungsfeldern sollen\u00a0<\/b><b>bis 2030 grundlegende Transformationen realisiert werden, die der wirtschaftlichen, sozialen und \u00f6kologischen von Nachhaltigkeit dauerhaft Rechnung tragen und\u00a0<\/b><b>die Lebensbedingungen der Menschen innerhalb der \u00f6kologischen Grenzen des Planeten massiv verbessern sollen.\u00a0<\/b><b>Kein Land kann der Anforderung, den Pfad in Richtung Nachhaltigkeit konsequent zu gehen, ausweichen. Der Beschluss legt auch die \u00dcberwachung und politische Rechenschaftslegung fest.<\/b>\n\n<\/div>\n&nbsp;\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nGegen Armut vorzugehen bringt ethische Pluspunkte und ist deshalb bei Staaten relativ popul\u00e4r. Anders ist es bei der Bek\u00e4mpfung von Ungleichheit. Mittlerweile haben bei der weltweiten Einkommensverteilung 1,75 Prozent der weltweiten Spitzenverdiener ein Einkommen angeh\u00e4uft, das das Gesamteinkommen der unteren 77 Prozent \u00fcbersteigt. Die Frage nach sozialer Fairness ist also mehr als berechtigt. Hier macht die Agenda der nachhaltigen Entwicklungsziele einen grossen Sprung vorw\u00e4rts, indem sie das Thema Ungleichheit in den Mittelpunk r\u00fcckt. Ungleichheit ist in die einzelnen Ziele eingebaut. Ein Ziel ist nur dann erreicht, wenn es nicht nur von den Reichsten, sondern auch von den \u00c4rmsten und den sozial Benachteiligten erlangt wird. Niemandem soll der Zugang zu Bildungssystem, Arbeitsmarkt oder Gesundheitssystem aufgrund von sozialer Herkunft, Geschlecht, Rasse, Religion und \u00c4hnlichem eingeschr\u00e4nkt werden.\n\nDer Appell \u201eLeave no one behind\u201c ist in griffige Politik zu \u00fcbersetzen. Ein \u201eWeiter-so-wie-bisher\u201c w\u00fcrde bedeuten, dass zum Beispiel im Jahr 2030 weiterhin drei bis vier Millionen Kinder nach der Geburt sterben w\u00fcrden und in S\u00fcdasien und Subsahara-Afrika die Mortalit\u00e4t von Kindern in den \u00e4rmsten Familien weiterhin zwei- bis dreimal mal h\u00f6her w\u00e4re als in den reichsten Haushalten. Regierungen sind gefordert, die massiven Unterschiede im Zugang zu pr\u00e4nataler Untersuchung und Geburtshilfe zu schliessen, die Ungleichheit f\u00fcr marginalisierte Kinder, die ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr t\u00f6dliche Krankheiten (zum Beispiel Lungenentz\u00fcndung) beim Zugang zum Gesundheitssystem aufweisen, anzugehen, sowie auch die Geschlechterungleichheit, die viele M\u00e4dchen zu einer fr\u00fchen Heirat zwingt und Frauen das Recht auf reproduktive Gesundheit verweigert.\n\nStark wachsende Ungleichheiten bremsen die Armutsreduktion. In vielen L\u00e4ndern in Subsahara-Afrika konzentriert zum Beispiel eine starke Ungleichheit die Vorteile wachsender Wohlfahrt in den Taschen der reichen Elite. Regierungen sind gefordert, die \u201eVerpflichtungen\u201c der nachhaltigen Entwicklungsziele in die \u00f6ffentliche Ausgaben-Politik zu \u00fcbersetzen und die zahlreichen Barrieren f\u00fcr benachteiligte Kinder aufzubrechen. Die ambiti\u00f6sen Ziele sind in kurzfristige Gerechtigkeitsziele zu \u00fcbersetzen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass das \u201ebusiness-as-usual\u201c-Muster bei der Finanzierung und im Erbringen der Dienstleistungen in Gesundheit und Bildung umgekehrt wird.\n\nDie neue Agenda umfasst Ziele wie Gleichberechtigung der Geschlechter, Rechtsstaatlichkeit, Ungleichheit innerhalb und zwischen den Staaten sowie auch den Schutz der \u00d6kosysteme zu Wasser und zu Lande. Ohne die Vermeidung wesentlicher Ver\u00e4nderungen in lokalen und globalen \u00d6kosystemen lassen sich die Fortschritte bei der Armutsbek\u00e4mpfung kaum sichern und erweitern.\n\nGlobale Umweltver\u00e4nderungen h\u00e4ngen mit den Produktions- und Konsummuster der heutigen Wohlstandsgesellschaften zusammen. Die nachhaltigen Entwicklungsziele sind ein Hebel zur langfristigen Krisenvorsorge und eine Anleitung f\u00fcr Zukunftsf\u00e4higkeit. Sie m\u00fcssen aber reale Politik werden. Auch in der Schweiz sind politische Konfrontationen mit machtvollen Beziehungen und eigenn\u00fctzigen Interessen unvermeidlich, wenn die notwendige Transformation in Richtung Nachhaltigkeit vorankommen soll.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68605,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1953],"class_list":["post-79820","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-internationale-zusammenarbeit-entwicklung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79820"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79820"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}