{"id":79891,"date":"2014-02-19T00:00:00","date_gmt":"2014-02-18T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/ungemach-am-himmel-die-buerde-israelischer-drohen-fuer-die-schweiz\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:11","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:11","slug":"ungemach-am-himmel-die-buerde-israelischer-drohen-fuer-die-schweiz","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/ungemach-am-himmel-die-buerde-israelischer-drohen-fuer-die-schweiz\/","title":{"rendered":"Ungemach am Himmel: Die B\u00fcrde israelischer Drohen f\u00fcr die Schweiz"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Bald m\u00fcssen die alten \u00dcberwachungsdrohnen der Armee erneuert werden. Der bisherige Partner Israel sollte bei der Drohnenanschaffung aber nur unter starkem Vorbehalt ber\u00fccksichtigt werden.<\/b>\n\n<\/div>\n&nbsp;\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<b>Dies ist der letzte Beitrag einer dreiteiligen Blogserie zum Nahostkonflikt. Bereits ver\u00f6ffentlicht wurde\u00a0<\/b><a href=\"http:\/\/34.65.158.36\/#!\/blog\" target=\"_self\" rel=\"nofollow\"><b>&#8220;20 Jahre nach Oslo&#8221;<\/b><\/a><b>\u00a0und\u00a0<\/b><a href=\"http:\/\/34.65.158.36\/#!\/blog\" target=\"_self\" rel=\"nofollow\"><b>&#8220;Lawfare statt warfare&#8221;<\/b><\/a><b>.<\/b>\n\nSeit einiger Zeit ist klar, dass das VBS seine alten ADS 95-Drohnen ersetzen muss. Diese dienen der schweizerischen Armee zur Aufkl\u00e4rung \u2013 entwickelt mit einer israelischen R\u00fcstungsfirma in den 80ern. Was l\u00e4ge da n\u00e4her, als diese wieder mit demselben Partnerland zu bauen? Da schliesslich auch nur das Beste gut genug ist, hat das VBS vor einem Jahr in einer\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/schweiz\/standard\/Die-neuen-Schweizer-Drohnen-kommen-aus-Israel\/story\/10707658\" rel=\"nofollow noopener\">Vorausmarchung<\/a>\u00a0 israelische Hersteller und ihre Drohnen priorisiert: Zur Debatte standen die \u201eHeron 1\u201c und die \u201eHermes 900\u201c. Kostenpunkt: rund 300 bis 400 Millionen Franken.\n\nDass nicht auf unbemannte Flugk\u00f6rper verzichtet werden kann, mag aus milit\u00e4rischer Perspektive richtig sein. Passt dies aber zur humanit\u00e4ren Politik der neutralen Schweiz? Insbesondere, wenn es sich beim Partner um Israel handelt?\n\n<b>Effizienz vs. Recht<\/b>\n\nDie israelische Armee hat in verschiedenster Weise v\u00f6lkerrechtliche Verpflichtungen gebrochen: So hat sie durch den anhaltenden Siedlungsbau im Westjordanland oder teilweise durch den Bau einer Mauer die Bestimmungen zu den Rechten und Pflichten eines okkupierenden Staates klar verletzt. Oder sie agiert\u00a0<a href=\"http:\/\/www.friendsofbts.org\/book\/tour\" rel=\"nofollow noopener\">in unverh\u00e4ltnism\u00e4ssiger Weise<\/a>\u00a0gegen die Zivilbev\u00f6lkerung.\n\nDass bei diesen Verbrechen gegen das V\u00f6lkerrecht und Menschenrechte auch \u00dcberwachungstechniken wie Drohnen verwendet wurden und werden, ist kein Geheimnis. Gerade deshalb sind israelische R\u00fcstungsg\u00fcter auch derart gefragt. Aus diesem Grund ist aber ein Kauf Drohne aus Israel, wie auch beispielsweise aus den USA, ein schwieriges Gesch\u00e4ft.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3498 size-full\" src=\"http:\/\/test.foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DRONE_HERON_01.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"358\" \/><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<i>F\u00fcr 300 bis 400 Millionen Franken hat das VBS Drohnen aus Israel bestellt.\u00a0<\/i>(Bild: Calips, Wikimedia commons,\u00a0<a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.de\" rel=\"nofollow noopener\">Lizenz<\/a>)\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<b>Kooperation muss verhandelbar sein<\/b>\n\nDie Schweiz sollte deshalb zwei M\u00f6glichkeiten in Betracht ziehen. Einerseits k\u00f6nnte sie R\u00fcstungsprojekte mit den israelischen Partnern zur\u00fcckziehen und mit einem Partner zusammenarbeiten, welcher aus einer v\u00f6lkerrechtlichen Sicht weniger problematisch ist: zum Beispiel Frankreich (siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2013-12\/infografik-drohnen\" rel=\"nofollow noopener\">ZEIT<\/a>). Um zuk\u00fcnftige problematische Gesch\u00e4fte zu verhindern, sollte dar\u00fcber hinaus auch im Art. 109b des Armeegesetzes festgehalten werden, dass R\u00fcstungskooperation nicht mit L\u00e4ndern, die in einem bewaffneten Konflikt stehen und V\u00f6lkerrechtsverletzungen begehen.\n\nAndererseits sollte der Bund die Kosten f\u00fcr die Drohnen als Verhandlungsmasse verwenden, um die Friedensl\u00f6sung zu beschleunigen oder die Einhaltung von V\u00f6lker- oder Menschenrecht einzufordern. Inwiefern dies zielf\u00fchrend sein wird, bleibt offen, da kaum zu erwarten ist, dass dadurch Siedlungen ger\u00e4umt werden oder die Selbstversorgung der Menschen im Westjordanland wieder erm\u00f6glicht wird.\n\n<b>Und Kampfdrohnen?<\/b>\n\nIn einem weiteren Zusammenhang sollte die Schweiz zumindest auf nationaler Ebene eine Regelung f\u00fcr Kampfdrohnen anstreben und bis zu deren Einf\u00fchrung ein Moratorium festlegen. Denn deren Einsatz kann sowohl mit dem Menschenrechtspakt kollidieren, als auch jus in bello sprich die Genfer Konventionen oder jus ad bellum problematisieren.\n\nDass dies auch f\u00fcr die artilleristische Fernleitung oder Kampfbomber gilt und die Drohnen-Crews nichtsdestotrotz an Weisungen der Vorgesetzten und an Kriegsrecht gebunden sind, mag zwar stimmen (siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/www.swp-berlin.org\/fileadmin\/contents\/products\/aktuell\/2013A28_rrw.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">SWP<\/a>). Doch gerade die M\u00f6glichkeit, die zu t\u00f6tenden Menschen \u00fcber l\u00e4ngere Zeit zu beobachten und im geeigneten Moment auszuschalten, macht die oben geforderte Regelung dringend n\u00f6tig.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68605,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1817],"class_list":["post-79891","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-frieden-sicherheit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79891"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79891"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}