{"id":79902,"date":"2014-01-10T00:00:00","date_gmt":"2014-01-09T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/ferien-ja-studieren-nein\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:12","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:12","slug":"ferien-ja-studieren-nein","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/ferien-ja-studieren-nein\/","title":{"rendered":"Ferien Ja, Studieren Nein"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Dass Italien neben hervorragendem Essen und sch\u00f6nen Landschaften auch sehr gute Universit\u00e4ten zu bieten hat, scheint sich (noch nicht) herumgesprochen zu haben. Zeit also den universit\u00e4ren Austausch zu f\u00f6rdern und somit den bilateralen Beziehungen einen Dienst zu erweisen.<\/b>\n\n<\/div>\n&nbsp;\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nKilometerlange Staus am Gotthard, Moby-Dick Aufkleber auf Schweizer Autos und tausende Postkarten aus Olbia, Caorle oder Rom beweisen es: Italien bleibt die beliebteste ausl\u00e4ndische Feriendestinationen f\u00fcr Frau und Herr Schweizer. Mehr als Frankreich (10%) oder Deutschland (11%) gehen somit 12% aller Reisen in unser s\u00fcdliches Nachbarland (BfS, Panorama Statistik 2013). Auch wenn dies den schweizerisch-italienischen Beziehungen sicher nicht abk\u00f6mmlich ist, bleibt der kulturelle Austausch bei den meisten dieser Reisen begrenzt. Mehr als im Restaurant eine Pizza bestellen oder einen Ventilator f\u00fcr das Hotelzimmer verlangen liegt oft nicht drin.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3544 size-full\" src=\"http:\/\/test.foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/ItaloPostkarte.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"888\" \/><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<i>Italien hat mehr zu bieten als Strand, Sonne und Pizza, nur wissen das in der Schweiz zu wenig Studierende.<\/i>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nKilometerlange Staus am Gotthard, Moby-Dick Aufkleber auf Schweizer Autos und tausende Postkarten aus Olbia, Caorle oder Rom beweisen es: Italien bleibt die beliebteste ausl\u00e4ndische Feriendestinationen f\u00fcr Frau und Herr Schweizer. Mehr als Frankreich (10%) oder Deutschland (11%) gehen somit 12% aller Reisen in unser s\u00fcdliches Nachbarland (BfS, Panorama Statistik 2013). Auch wenn dies den schweizerisch-italienischen Beziehungen sicher nicht abk\u00f6mmlich ist, bleibt der kulturelle Austausch bei den meisten dieser Reisen begrenzt. Mehr als im Restaurant eine Pizza bestellen oder einen Ventilator f\u00fcr das Hotelzimmer verlangen liegt oft nicht drin.\n\nSelbst wenn nur f\u00fcr eine begrenzte Anzahl Menschen m\u00f6glich, besteht dank Mobilit\u00e4tsprogrammen wie beispielsweise Erasmus die M\u00f6glichkeit, genau diesen Austausch zu f\u00f6rdern. Ein halbes oder ganzes Jahr in einem fremden Land erweitert nicht nur den eigenen Horizont sondern bietet unz\u00e4hlige Gelegenheiten kulturellen Austauschs zwischen Gast und dem Gastgeberland. Positive wie auch negative Begegnungen f\u00fchren zwar nicht immer zwingend zu gr\u00f6sserer Sympathie, f\u00f6rdern aber durchaus das gegenseitige Verst\u00e4ndnis.\n\nEin Blick auf die allj\u00e4hrlichen Erasmus Statistiken zeigt, dass auch Schweizer Studenten von der Begeisterung eines Austauschs erfasst worden sind. Ihre Destinationen befinden sich aber haupts\u00e4chlich nicht auf der italienischen Halbinsel. Dass Ferien nicht gleich studieren ist liegt auf der Hand. Doch erstaunt es,\u00a0<a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/education\/erasmus\/doc\/stat\/1011\/countries\/switzerland_en.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">dass es Italien momentan nicht einmal unter die ersten f\u00fcnf Destinationen<\/a>\u00a0schafft. Deutschland, Frankreich und Spanien stehen auf dem Podest, dicht gefolgt von Grossbritannien und Schweden. Eine Schmach f\u00fcr \u201eil bel paese\u201c, insbesondere wenn man bedenkt, dass Italien mehr Weltmeistertitel im Fussball geholt hat, als alle anderen zusammen \u2013 allerdings nur wenn Deutschland nicht mitgez\u00e4hlt wird. Doch l\u00e4sst sich diese studentische Skepsis kaum mit der mangelnden Attraktivit\u00e4t der St\u00e4dte, des Klimas und des Essens begr\u00fcnden. Der Grund kann scheinbar nur im italienischen Bildungssystem liegen.\n\nNimmt man die Statistiken f\u00fcr die italienischen Austauschstudenten in der Schweiz, so ergibt sich ebenfalls ein eher negatives Bild. Auch hier geh\u00f6rt die Schweiz nicht zu beliebtesten f\u00fcnf Destinationen, auch hier gl\u00e4nzen Frankreich und Spanien mit Podestpl\u00e4tzen. Meno male, die Abneigung beruht somit auf Gegenseitigkeit. Ob italienische Studenten aus den gleichen Gr\u00fcnden die Schweiz als Studiendestination meiden, sei dahingestellt. Fakt bleibt: Trotz zahlreichen\u00a0<a href=\"http:\/\/accordiinternazionali.cineca.it\/accordi.php?continenti=EU&amp;paesi=756&amp;univ_stran=%25&amp;univ_ita=%25&amp;anni=%25&amp;btnSubmit=Cerca\" rel=\"nofollow noopener\">Kooperationen<\/a>\u00a0zwischen Hochschulen aus beiden L\u00e4ndern, hinkt der universit\u00e4re Austausch der allgemeinen Bedeutung der bilateralen Beziehungen hinterher.\n\n<b>Der Schl\u00fcssel zum Erfolg: Attraktivit\u00e4t steigern, italienisch f\u00f6rdern und Kooperationen ausbauen<\/b>\n\nGlaubt man den unz\u00e4hligen Universit\u00e4tsrankings, so erstaunt das schlechte Abschneiden Italien als Studiendestination kaum. Die anhaltenden K\u00fcrzungen im Bildungssektor haben den Standard mancher italienischen Universit\u00e4ten arg heruntergebracht. Zugegeben: kaputte Infrastruktur, administratives Chaos und laute Kommilitonen k\u00f6nnen auf das Schweizer Gem\u00fct schlagen. Doch wage ich es zu behaupten, dass in diesen Punkten spanische oder franz\u00f6sische Universit\u00e4ten kaum mit Glanzresultaten brillieren. Italien, sowie auch Frankreich oder Spanien, beheimatet aber durchaus einige ausgezeichnete Universit\u00e4ten. Die Bocconi in Mailand, deren ehemaliger Rektor vor nicht all zu langer Zeit italienischer Ministerpr\u00e4sident war, die Universit\u00e4t Bologna, die \u00e4lteste Hochschule Europas oder die LUISS, das r\u00f6mische Pendant der Bocconi, sind allesamt international anerkannte Bildungsst\u00e4tten.\n\nSomit bleibt nach dieser Analyse nur eine Schlussfolgerung: Wenn Land, Kultur und Bildungseinrichtungen alles f\u00fcr ein gelungenes Austauschjahr bieten, liegen die Vers\u00e4umnisse woanders, beispielsweise bei der mangelhaften Vermarktung der Hochschulen. Dies f\u00e4ngt bei der oftmals unvollst\u00e4ndigen Information im Internet an. Da sich die allermeisten Studenten bei der Wahl ihrer Austauschuniversit\u00e4t im Voraus informieren, kann eine fehlende Angabe oder \u00dcbersetzung den Entscheid massiv beeinflussen, ob die M\u00fchen einen Austausch wert sind. Selbstverst\u00e4ndlich reicht ein guter digitaler Auftritt nicht, denn oftmals wissen viele Studenten gar nicht, dass es die eine oder andere Universit\u00e4t \u00fcberhaupt gibt. Werbung an Hochschulmessen oder an den Anschlagbrettern von Partneruniversit\u00e4ten sind hier einfache aber effiziente Mittel sich bekannt zu machen. Noch effektiver w\u00e4re es, vermehrt Doppelmaster zwischen schweizerischen und italienischen Universit\u00e4ten anzubieten. Hier w\u00e4ren sowohl der jeweilige Austausch wie auch die Bekanntmachung der Hochschulen gew\u00e4hrleistet.\n\nAuch die Sprache stellt oftmals ein ernst zu nehmendes Hindernis dar. Es mag vielleicht sein, dass Italienische Hochschulen zu wenig englischsprachige Kurse anbieten und somit ausl\u00e4ndische Studenten abschrecken. Doch hier muss sich auch die Schweiz an die Nase nehmen, da unsere dritte Landessprache seit Jahren vernachl\u00e4ssigt wird. Die F\u00f6rderung des Italienischen in der Sekundarstufe k\u00f6nnte hier durchaus zu mehr universit\u00e4ren Austausch f\u00fchren.\n\nEine Aufwertung der Attraktivit\u00e4t der jeweiligen Destinationen ist nur eine Methode, um die Sensibilit\u00e4t zwischen der Schweiz und einem ihrer wichtigsten Partner zumindest f\u00fcr die Zukunft zu st\u00e4rken. Sowohl die Schweiz, als auch Italien k\u00f6nnen davon profitieren, wenn ihre B\u00fcrger schon in jungen Jahren miteinander in Kontakt getreten sind, Ideen ausgetauscht und ja, auch mal zusammen angestossen haben. Denn wer sich kennt, kann besser aufeinander eingehen, Kompromisse schliessen und zusammenarbeiten. Dass dies f\u00fcr unsere Beziehungen zu Italien vor allem im Hinblick auf zuk\u00fcnftige Herausforderungen wichtig sein wird, brauche ich nicht einmal zu begr\u00fcnden.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68607,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[1849],"custom-themes":[],"class_list":["post-79902","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","region-europa"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79902","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79902"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79902"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79902"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79902"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}