{"id":79904,"date":"2013-12-30T00:00:00","date_gmt":"2013-12-29T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/sotschi-mit-schweiz-ein-kluges-njet-zum-boykott\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:12","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:12","slug":"sotschi-mit-schweiz-ein-kluges-njet-zum-boykott","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/sotschi-mit-schweiz-ein-kluges-njet-zum-boykott\/","title":{"rendered":"Sotschi mit Schweiz: Ein kluges \u201eNjet\u201c zum Boykott"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Didier Burkhalter und Ueli Maurer reisen aller Kritik zum Trotz nach Sotschi an die Olympischen Spiele. Die Schweiz h\u00e4lt sich raus aus dem Boykott westlicher Politiker. Der Entscheid d\u00fcrfte kl\u00fcger sein als beabsichtigt.<\/b>\n\n<\/div>\n&nbsp;\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nDie gr\u00fcne Nationalr\u00e4tin Aline Trede war die erste, die einen Olympia-Boykott durch die Schweizer Regierung forderte \u2013 aus Solidarit\u00e4t mit unterdr\u00fcckten homosexuellen Menschen in Russland. Sie sei von russischen Lesben- und Schwulenorganisationen darum gebeten worden. Kurz darauf schloss sich ihr Jaqueline Fehr an. Die Antwort Didier Burkhalters und insbesondere die von Ueli Maurer vergangene Woche waren absehbar. Ueli Maurer hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass er keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste kennt mit Regierungen, die wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik stehen. So sagte Ueli Maurer bez\u00fcglich eines Sotschi-Boykotts gegen\u00fcber dem SonntagsBlick: \u201eEs gibt genug M\u00f6glichkeiten, um gegen Russland oder bei Russland zu protestieren. Man kann das auf einer Konferenz tun, bei der Uno, irgendwo \u2013 aber bitte nicht im Sport. Das ist billig.\u201c\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3554 size-full\" src=\"http:\/\/test.foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Boykott_Aufruf_Sochi.png\" alt=\"\" width=\"577\" height=\"350\" \/><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<em>Russische Organisationen rufen zum Boykott auf: Spiel mit dem russischen Wort f\u00fcr Boykott und den olympischen Ringen.<\/em>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nUeli Maurer hat ganz offensichtlich nicht verstanden, dass Putin mit Olympia Politik macht. Das kann man bef\u00fcrworten oder kritisieren \u2013 aber Sotschi ist ein politisches Prestigeprojekt inklusive inszenierter Medienkampagne. In ganz Sotschi h\u00e4ngen Plakate mit Slogans wie \u201eEs sind deine Olympischen Spiele!\u201c Nach dem Zusammenfall der Sowjetunion soll sich Russland im Jahr 2014 der Welt beweisen. Putin w\u00e4re bei einer Absage der Schweiz \u00a0wohl im Stolz verletzt, w\u00fcrde sich ungerecht behandelt f\u00fchlen und den Entscheid im Hinterkopf behalten, aber an seiner Politik nichts \u00e4ndern. Genauso, wie der grosse Boykott bei den letzten olympischen Spielen in Russland 1980 nichts an dessen Politik ver\u00e4ndert hat.\n\n<strong>\u201eHomosexueller Westen\u201c<\/strong>\n\nDie Boykottbef\u00fcrworter im Westen sind \u00fcberzeugt, dass die Homophobie in Russland von Putin gemacht ist. In diesem Urteil t\u00e4uschen sie sich jedoch. Putin macht sich lediglich eine Grundstimmung f\u00fcr seine Abgrenzungspolitik gegen\u00fcber dem Westen zu Nutze. Denn weite Teile der russischen Gesellschaft haben sehr klare Rollenbilder, in der Homosexualit\u00e4t keinen Platz findet. Ein Beispiel direkt aus Sotschi: Bei einer Pressetour durch die olympischen Bauten trafen diesen November Journalisten aus Westeuropa auf russische Medien, wie zum Beispiel vom Fernsehsender \u201eRussland 24\u201c. Ein Moderator geriet sich mit einem deutschen Journalisten \u00fcber das Thema \u201eHomosexualit\u00e4t\u201c in die Haare. Trotz Vermittlungsversuche endete die Diskussion mit der Aussage: \u201eDas sind Versuche der Homosexuellen-Lobby um Einfluss zu gewinnen. Das machen die auch st\u00e4ndig in Moskau!\u201c Diese wirren Verschw\u00f6rungstheorien sind leider bitterernst gemeint. Bei einem Boykott durch westliche Staatsvertreter w\u00e4re dies die Kommunikation durch die russischen Mainstream-Medien: Homosexualit\u00e4t komme aus dem Westen. Ein \u201erichtiger\u201c russischer Mann und eine \u201erichtige\u201c russische Frau w\u00fcrden so etwas niemals tun.\n\n<strong>Boykott ohne Wirkung<\/strong>\n\nDerweil ist die politische Opposition in Russland gespalten bez\u00fcglich des Olympiaboykotts. So m\u00f6chte der k\u00fcrzlich freigekommene Chodorkowski\u00a0<a title=\"Link: http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/europa\/Chodorkowski-spricht-sich-fuer-Sotchi-aus\/story\/21435934\" href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/europa\/Chodorkowski-spricht-sich-fuer-Sotchi-aus\/story\/21435934\" rel=\"nofollow noopener\">Olympia nicht ganz Putin \u00fcberlassen<\/a>. Andere w\u00fcrden einen Boykott begr\u00fcssen,, auch wenn sie dessen Wirkung als gering einsch\u00e4tzen \u201eLeider w\u00fcrde eine Mehrheit der russischen Bev\u00f6lkerung ein Boykott gar nicht wahrnehmen und sich fragen: Wieso kommt das Land von Ikea nicht?\u201c stellt eine russische Freundin von mir trocken fest. Ein Boykott der Schweiz w\u00fcrde demzufolge nicht zu einem Umdenken in der Bev\u00f6lkerung f\u00fchren.\n\nVielmehr w\u00fcrde es der anti-westlichen Propaganda Putins in die H\u00e4nde spielen. Von diesem Standpunkt aus ist die Entscheidung der Schweizer Regierung richtig, auch wenn sie aus anderen Gr\u00fcnden erfolgt. Und machen wir uns nichts vor: Die Boykotts anderer Staatschefs erfolgt nicht alleine aus Solidarit\u00e4t mit homosexuellen Menschen. Edward Snowden d\u00fcrfte f\u00fcr Barack Obama ebenso ein Grund zum Boykott sein. Denn in Sachen Propaganda ist Putin nicht ganz allein.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68605,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1823],"class_list":["post-79904","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-volkerrecht-multilateralismus"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79904"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79904"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}