{"id":79915,"date":"2013-11-12T00:00:00","date_gmt":"2013-11-11T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/offener-brief-zur-arena-diskussion-um-das-fluechtlingsdrama-in-lampedusa\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:15","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:15","slug":"offener-brief-zur-arena-diskussion-um-das-fluechtlingsdrama-in-lampedusa","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/offener-brief-zur-arena-diskussion-um-das-fluechtlingsdrama-in-lampedusa\/","title":{"rendered":"Offener Brief zur Arena-Diskussion um das Fl\u00fcchtlingsdrama in Lampedusa"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<strong>Die Arena vom 11. Oktober hat mal wieder gezeigt: Die falsche Schlussfolgerung, dass Entwicklungszusammenarbeit eine L\u00f6sung ist um Migration zu verhindern, h\u00e4lt sich leider hartn\u00e4ckig.<\/strong>\n\n<\/div>\n&nbsp;\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nSehr geehrte Damen und Herren *\n\nAm 11.Oktober haben Sie in der Arena zum Thema &#8220;Fl\u00fcchtlingsdrama Lampedusa: Was tun?&#8221; \u00fcber die Ursachen der Migration in Richtung Europa diskutiert. Dabei wurde gute Entwicklungszusammenarbeit als L\u00f6sungsansatz genannt und w\u00e4hrend einer halben Stunde diskutiert. Dabei ist die Schlussfolgerung, dass Entwicklungszusammenarbeit ein geeignetes Mittel ist, um Migration zu verhindern, wissenschaftlich widerlegt (f\u00fcr die Literaturangaben verweisen wir auf das\u00a0<em>foraus<\/em>-Diskussionspapier im Anhang). Um die st\u00e4ndige Wiederholung von solch tragischen Ereignissen wie j\u00fcngst in Lampedusa zu verhindern, gibt es geeignetere Massnahmen als Entwicklungszusammenarbeit.\n\nIn der Arena-Diskussion wurden zu Recht die hohen Preise erw\u00e4hnt, welche Schlepperbanden f\u00fcr eine Flucht verlangen. Diese Feststellung macht deutlich, dass eine \u00dcberfahrt von einer Mehrheit aller Migranten niemals bezahlt werden k\u00f6nnte. Die \u00c4rmsten der Armen k\u00f6nnen sich folglich eine Flucht nach Europa gar nicht leisten. Diese Fl\u00fcchtlinge migrieren daher \u2013 wie von Frau Park erw\u00e4hnt \u2013 in Nachbarprovinzen, in die grossen St\u00e4dte ihres Landes oder in Nachbarl\u00e4nder.\n\nEntwicklungszusammenarbeit soll die Lebensbedingungen und Perspektiven der \u00c4rmsten verbessern. Sie zielt darauf ab, die wirtschaftliche Entwicklung zu f\u00f6rdern und den \u00c4rmsten zu helfen, sei es direkt durch Gesundheits- und Ausbildungsprogramme oder indirekt durch Investitionsprojekte, Marktentwicklung, Massnahmen zur Korruptionsbek\u00e4mpfung und F\u00f6rderung der guten Regierungsf\u00fchrung. Erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit h\u00e4tte somit zur Folge, dass arme Menschen \u00fcber mehr Ressourcen verf\u00fcgen. Dadurch wird f\u00fcr sie eine \u00dcberfahrt nach Europa \u00fcberhaupt erst eine finanzierbare Option. Erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit f\u00fchrt also zun\u00e4chst dazu, dass mehr Menschen migrieren k\u00f6nnen und dadurch die eigenen Lebensperspektiven und diejenigen der Familie zu verbessern. Erst sehr langfristig \u2013 wenn die unterst\u00fctzten Entwicklungsl\u00e4nder zu prosperierenden Schwellenl\u00e4ndern werden und die Perspektiven im Heimatland attraktiv und stabil sind \u2013 wird die Emigration abnehmen. Zudem erh\u00f6ht eine Entwicklung der Herkunftsstaaten die internationale Sicherheit und den wirtschaftlichen Austausch. Langfristig ist es daher im Interesse der Schweiz und Europas, dass die afrikanischen L\u00e4nder nicht arm und korrupt bleiben.\n\nTrotz der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass der Zusammenhang zwischen Migration und Entwicklung nur sehr langfristig und indirekt besteht, wurde \u00fcber eine halbe Stunde \u00fcber Entwicklungszusammenarbeit als L\u00f6sungsansatz diskutiert. Entwicklungszusammenarbeit wird eine Wiederholung solcher Fl\u00fcchtlingsdramen jedoch genauso wenig verhindern k\u00f6nnen wie Repression und \u00dcberwachung. Damit die Mittelmeer-Dramen Vergangenheit werden, m\u00fcssen legale Perspektiven zur Migration er\u00f6ffnet werden. Denn der wahre Grund f\u00fcr die stetige Wiederholung solcher Dramen liegt in der Tatsache, dass kaum legale M\u00f6glichkeiten zur Migration existieren.\n\nEine ausf\u00fchrlichere Argumentation finden Sie im\u00a0<em>foraus<\/em>-Diskussionspapier &#8220;Verhindert wirtschaftliche Entwicklung Migration?&#8221;\u00a0F\u00fcr Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verf\u00fcgung und freuen uns \u00fcber R\u00fcckmeldungen.\n\nFreundliche Gr\u00fcsse\n\n&nbsp;\n\n<em>*\u00a0<\/em><em>Dieser Brief wurde an folgende Personen versandt : Yvette Estermann, Doris Fiala, Thomas Kessler, Geri M\u00fcller, Susin Park, Gerhard Pfister, Silvia Schenker, Thomas Weibel, Urs Wiedmer, Jenke von Wilmsdorff, Ren\u00e9 Zeyer<\/em>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68606,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1820],"class_list":["post-79915","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-migration"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79915","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79915"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79915"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}