{"id":80419,"date":"2025-09-11T13:21:51","date_gmt":"2025-09-11T11:21:51","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/die-rueckkehr-der-geopolitik-in-europa-drei-herausforderungen-fuer-die-forschungszusammenarbeit-schweiz-eu\/"},"modified":"2026-05-27T11:22:21","modified_gmt":"2026-05-27T09:22:21","slug":"die-rueckkehr-der-geopolitik-in-europa-drei-herausforderungen-fuer-die-forschungszusammenarbeit-schweiz-eu","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/en\/blog-post\/die-rueckkehr-der-geopolitik-in-europa-drei-herausforderungen-fuer-die-forschungszusammenarbeit-schweiz-eu\/","title":{"rendered":"Die R\u00fcckkehr der Geopolitik in Europa: Drei Herausforderungen f\u00fcr die Forschungszusammenarbeit Schweiz-EU"},"content":{"rendered":"\n<a href=\"https:\/\/foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Horizon-DE.pdf\">PDF zur Publikation<\/a>\n\n<strong>Die Neuausrichtung der EU-Forschungspolitik im Zeichen der Open Strategic Autonomy<\/strong>\n\nIn einer von geopolitischen Spannungen gepr\u00e4gten Welt erkennen Staaten den strategischen Stellenwert von Wissenschaft, Technologie und Innovation (WTI). Die damit einhergehende (geo-)politische Aufladung des Wissenschaftssektors hat betr\u00e4chtliche Auswirkungen auf die internationale Forschungszusammenarbeit. F\u00fcr die Schweiz ergeben sich insbesondere in der f\u00fcr ihre Wirtschaft und Gesellschaft zentralen Zusammenarbeit mit europ\u00e4ischen Partnern neue Herausforderungen.\n\nAls Reaktion auf die \u00ab<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/21568235.2024.2398742\" rel=\"nofollow noopener\">R\u00fcckkehr der Geopolitik in Europa<\/a>\u00bbvollzieht die Europ\u00e4ische Union eine Neuausrichtung ihrer traditionell von Offenheit und internationaler Kooperation gepr\u00e4gten aussenpolitischen Strategie. Unter dem Schlagwort der \u00ab<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/02680939.2024.2351516\" rel=\"nofollow noopener\">Open Strategic Autonomy<\/a>\u00bb r\u00fccken geopolitische Eigeninteressen in den Vordergrund und selektiver Protektionismus und ideologische Abgrenzung gewinnen an Bedeutung.\u00a0Ein \u00ab(Re)bordering\u00bb des Europ\u00e4ischen Forschungsraums (EFR) und eine st\u00e4rker an strategischen Interessen orientierte Forschungspolitik sind die Konsequenz. F\u00fcr die Schweiz, die kein EU-Mitglied ist, sich aber zu einem festen Bestandteil des EFR entwickelt hat, kommt diese Neuausrichtung mit Herausforderungen \u2013 und zwar unabh\u00e4ngig von einer Assoziierung der Schweiz an die EU-Forschungs- und Innovationsprogramme. Die Assoziierung \u2013 und damit verbunden stabile politische Beziehungen zur EU \u2013 sollte f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/www.economiesuisse.ch\/de\/meinung\/schweizer-forschung-profitiert-als-erste-vom-bilateralen-fruehling-mit-der-eu\" rel=\"nofollow noopener\">Forschungsstandort Schweiz weiterhin h\u00f6chste Priorit\u00e4t haben<\/a>. F\u00fcr eine nachhaltige Sicherung der erfolgreichen Forschungszusammenarbeit mit der EU muss sich die Schweiz allerdings auch mit den Herausforderungen einer geopolitisierten Forschungspolitik auseinandersetzen.\n\n<span class=\"a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none\">Der Status der Schweiz in den EU-Rahmenprogrammen (RP) f\u00fcr Forschung und Innovation <a href=\"https:\/\/www.sbfi.admin.ch\/de\/eu-rahmenprogramme-1984-2020\" rel=\"nofollow noopener\">(In Anlehnung an SBFI)<\/a>\u00a0<\/span>\n\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-60136\" src=\"https:\/\/foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/1-1-1024x153.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"153\" \/>\n<h5>*assoziiert ab November 2025<\/h5>\n<strong>Herausforderung 1: Knowledge Security \u2013 die EU reagiert auf eine ver\u00e4nderte sicherheitspolitische Lage<\/strong>\n\nDie EU gestaltet den WTI-Sektor zunehmend unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten. Offenheit und internationaler Austausch, essenziell f\u00fcr den wissenschaftlichen Fortschritt, bieten in einem angespannten globalen Umfeld Angriffsfl\u00e4che f\u00fcr Missbrauch. Mithilfe des Konzepts der <a href=\"https:\/\/css.ethz.ch\/content\/dam\/ethz\/special-interest\/gess\/cis\/center-for-securities-studies\/pdfs\/CSSAnalyse338-EN.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">Knowledge Security<\/a> sollen wissenschaftliche Werte gesch\u00fctzt und die internationale Zusammenarbeit sicher und den Europ\u00e4ischen Interessen dienlich gestaltet werden. Besonders \u00abDual Use Research\u00bb \u2013 Forschung, die f\u00fcr zivile, wie auch milit\u00e4rische Zwecke verwendet werden kann \u2013 r\u00fcckt in den Fokus. Die EU will verhindern, dass potenziell feindselige Akteure Zugang zu solch sensibler Forschung erhalten. Zugleich f\u00f6rdert sie \u00abDual Use Research\u00bb bewusst zur St\u00e4rkung der eigenen milit\u00e4rischen Schlagkraft und ihrer Wirtschaft. <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/isr\/article-abstract\/21\/3\/497\/4999288?redirectedFrom=fulltext&amp;login=false\" rel=\"nofollow noopener\">Kern- und Drohnenforschung<\/a> sind Beispiele solcher Bereiche, die bereits seit Jahrzehnten von Staaten besonders gesch\u00fctzt und gef\u00f6rdert werden. Die Herausforderung f\u00fcr die Schweiz besteht darin, dass die EU zwar zunehmend in solch strategisch wichtige Forschungsbereiche investiert, der Zugang dazu allerdings vermehrt den EU-Mitgliedstaaten vorbehalten sein k\u00f6nnte. So blieb der Schweiz beim Inkrafttreten der \u00dcbergangsregelung f\u00fcr das Horizon-Paket Anfang 2025 zun\u00e4chst der <a href=\"https:\/\/www.snf.ch\/de\/PIgvZDNljXgiJ59U\/news\/horizon-europe-fuer-schweizer-forschende-wieder-offen\" rel=\"nofollow noopener\">Zugang zu Quantum- und Raumfahrtforschung verwehrt<\/a>\u2013 obwohl er sp\u00e4ter wieder ge\u00f6ffnet wurde. <a href=\"https:\/\/www.sbfi.admin.ch\/de\/horizon-paket-2021-2027\" rel=\"nofollow noopener\">Hingegen sind die Programmteile zu Cybersicherheit und Halbleitertechnologie vom Digital Europe Programme auch mit einer Assoziierung weiterhin nur EU-Mitgliedern und EWR-Staaten vorbehalten.<\/a>\n\nMit Horizon Europe 2028\u20132034, das sich zurzeit in der Planungsphase befindet, d\u00fcrfte sich dieser Trend verst\u00e4rken. Brisant ist der Vorschlag der EU-Kommission, die bisherige Zivilklausel in den Programmen aufzuheben und unter dem Leitprinzip <a href=\"https:\/\/sciencebusiness.net\/news\/dual-use\/horizon-europe-will-be-dual-use-default-zaharieva-says\" rel=\"nofollow noopener\">\u00abdual use by default\u00bb<\/a> auch milit\u00e4rische Projekte f\u00f6rdern zu k\u00f6nnen. Die <a href=\"https:\/\/research-and-innovation.ec.europa.eu\/news\/all-research-and-innovation-news\/horizon-europe-2028-2034-twice-bigger-simpler-faster-and-more-impactful-2025-07-16_en\" rel=\"nofollow noopener\">Kommission<\/a> sieht weiter explizit vor, dass assoziierte L\u00e4nder von Programmteilen ausgeschlossen werden k\u00f6nnen, wenn EU-Interessen als gef\u00e4hrdet gelten \u2013 ohne dass aktuell klar ist, welche Bereiche dies konkret betrifft. Das Risiko f\u00fcr die Schweiz ist somit ein wachsender Anteil innerhalb der EU-F\u00f6rderprogramme, zu denen sie aufgrund sicherheitspolitischer \u00dcberlegungen keinen oder nur eingeschr\u00e4nkten Zugang haben k\u00f6nnte.\n\n<strong>Herausforderung 2: Economic Security \u2013 EU-Forschung im Dienst des Wettbewerbs <\/strong>\n\nGleich zu Beginn ihrer zweiten Amtszeit setzte EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen den Ton: \u00ab<a href=\"https:\/\/enlargement.ec.europa.eu\/news\/statement-european-parliament-plenary-president-ursula-von-der-leyen-candidate-second-mandate-2024-2024-07-18_en\" rel=\"nofollow noopener\">Our first priority will be prosperity and competitiveness.<\/a>\u00bb Die neue Wettbewerbsorientierung pr\u00e4gt auch die <a href=\"https:\/\/research-and-innovation.ec.europa.eu\/strategy\/strategy-research-and-innovation\/europe-world\/international-cooperation\/strategic-autonomy-and-european-economic-and-research-security_en\" rel=\"nofollow noopener\">Forschungspolitik der EU<\/a>: Forschung soll die eigene Wirtschaft gegen\u00fcber strategischen Konkurrenten st\u00e4rken und Risiken f\u00fcr die wirtschaftliche Sicherheit abfedern. Im Zentrum stehen Schl\u00fcsseltechnologien wie <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/?uri=celex:52023JC0020\" rel=\"nofollow noopener\">KI, Halbleiter, Quanten- und Biotechnologie<\/a>. Eine globale F\u00fchrungsposition in diesen Bereichen bringt nicht nur \u00f6konomische Vorteile, sondern ist auch f\u00fcr die europ\u00e4ische Sicherheitsarchitektur zentral: Als \u00abDual-Use-G\u00fcter\u00bb besitzen diese Technologien zugleich erhebliches milit\u00e4risches Potenzial, wodurch die enge Verkn\u00fcpfung zur Herausforderung 1 \u00abKnowledge Security\u00bb deutlich wird. Die EU setzt mit ihrer Strategie zur <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:52023JC0020\" rel=\"nofollow noopener\">\u00abEconomic Security\u00bb<\/a> auf einen ganzheitlichen Ansatz, der industrie- und sicherheitspolitische Ziele ber\u00fccksichtigt.\n\nIn den kommenden EU-Forschungsprogrammen wird die Wettbewerbsorientierung eine pr\u00e4gende Rolle spielen, sichtbar etwa in den Pl\u00e4nen der Kommission, Forschungs- und Innovationsf\u00f6rderung eng mit dem <a href=\"https:\/\/www.science.org\/content\/article\/europe-plans-double-research-spending-next-horizon-europe-scheme\" rel=\"nofollow noopener\">neu geschaffenen European Competitiveness Fund (ECF) und dessen Regelwerk<\/a> zu verkn\u00fcpfen. Es sind wiederum die Drittstaaten, die von dieser <a href=\"https:\/\/sciencebusiness.net\/r-d-funding\/fp10\/associated-countries-call-stand-alone-fp10\" rel=\"nofollow noopener\">Neuausrichtung besonders betroffen sein k\u00f6nnten<\/a> und sich entsprechend verunsichert zeigen. Die Schweiz und weitere assoziierte L\u00e4nder bef\u00fcrchten, dass Exzellenz und Zusammenarbeit in Europa gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.swissuniversities.ch\/fileadmin\/swissuniversities\/Dokumente\/Komm\/News\/July25_JointOpenLetter_EUProgrammes.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">industriepolitischen Priorit\u00e4ten der Kommission<\/a> zweitrangig werden und die Forschungsprogramme ihre traditionelle Autonomie verlieren. Geteilt wird diese Sorge von wichtigen europ\u00e4ischen Stakeholdern wie der <a href=\"https:\/\/eua.eu\/news\/eua-news\/presidents-of-university-networks-call-on-eu-leaders-to-secure-a-stand-alone-ambitious-fp10.html?highlight=WyJhbmQiLCJmaW5hbmNpYWwiLCJhbmQgZmluYW5jaWFsIl0=%20\" rel=\"nofollow noopener\">European University Association <\/a>oder <a href=\"https:\/\/www.scienceeurope.org\/media\/5yfpnqbz\/se-response-mff-fp10-proposal_july-2025.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">Science Europe<\/a>. Angef\u00fchrt von Deutschland und Spanien haben sich auch neun Forschungsminister:innen aus <a href=\"https:\/\/sciencebusiness.net\/news\/planning-fp10\/spain-and-germany-lead-defence-independent-pillar-2-reformed-horizon-europe\" rel=\"nofollow noopener\">EU-Mitgliedstaaten f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit von Horizon Europe stark gemacht und insbesondere die strategische Steuerung durch den ECF kritisch kommentiert<\/a>. F\u00fcr Schweizer Forschende bleibt das <a href=\"https:\/\/www.international.unibe.ch\/stories\/2022\/quo_vadis_after_exclusion_from_eu_s_horizon_europe\" rel=\"nofollow noopener\">Risiko<\/a>, bei industriepolitisch gepr\u00e4gten Ausschreibungen zuk\u00fcnftig vermehrt das Nachsehen zu haben oder gar nicht erst zugelassen zu sein. Weil EU-Grants als besonders prestigetr\u00e4chtig gelten, betreffen die Nachteile nicht nur finanzielle Aspekte, sondern besonders auch Reputation und Karrierechancen.\n\n<strong>Herausforderung 3: Forschungsprogramme \u2013 ein aussenpolitisches Druckmittel f\u00fcr die EU<\/strong>\n\nMit dem Europ\u00e4ischen Forschungsraum (EFR) und den dazugeh\u00f6rigen Programmen hat die EU eine Struktur f\u00fcr internationale Forschungszusammenarbeit geschaffen, an der auch zahlreiche Nicht-EU-Staaten aus Europa und dar\u00fcber hinaus beteiligt sind (vgl. Karte). Der offene, kollaborative Ansatz des EFR hat sich als grosser Erfolg erwiesen: Er st\u00e4rkt Forschung und Innovation sowohl in der EU als auch in den assoziierten Drittstaaten (vgl. Fakten zur Forschungszusammenarbeit CH-EU).\n\nIn geopolitisch unruhigen Zeiten verschafft die Inklusivit\u00e4t des EFR der EU-Kommission einen wirkungsvollen Machthebel: Sowohl die <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/nicht-assoziierter-drittstaat-horizon-europe-ohne-die-schweiz-so-reagiert-die-politik\" rel=\"nofollow noopener\">Schweiz<\/a> als auch das <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/politik\/grossbritannien-wieder-teil-von-horizon-europe-5892\" rel=\"nofollow noopener\">Vereinigte K\u00f6nigreich<\/a> haben in ihren bilateralen Verhandlungen mit der EU erfahren, dass aussenpolitische Dynamiken die beidseitig vorteilhafte Forschungskooperation beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. J\u00fcngst drohte die EU-Kommission auch Israel mit einer Einschr\u00e4nkung des Zugangs zu Horizon Europe aufgrund der <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_25_1921\" rel=\"nofollow noopener\">humanit\u00e4ren Lage im Gazastreifen<\/a>. Innerhalb der EU dienen die Forschungsprogramme ebenfalls als Druckmittel, wie der Umgang mit <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/politik\/eu-finanzierungs-stopp-schadet-ungarischen-nachwuchs-forschenden-6612\" rel=\"nofollow noopener\">Ungarn<\/a> zeigt.\n\nAuch diese Entwicklungen k\u00f6nnen als Ausdruck einer zunehmende Geopolitisierung der europ\u00e4ischen Forschungszusammenarbeit gelesen werden \u2013 eine Realit\u00e4t, mit der die Schweiz umzugehen hat. Der entsprechende Machthebel der EU unterstreicht die Bedeutung der EU-Forschungskooperation, droht aber zugleich, zu einem herausfordernden Faktor f\u00fcr die k\u00fcnftigen Beziehungen der Schweiz zur EU zu werden.\n\n<img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-60142\" src=\"https:\/\/foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/3-1024x524.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"524\" \/><span class=\"a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none\">Karte der an Horizon Europe teilnehmenden <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/funding-tenders\/opportunities\/docs\/2021-2027\/common\/guidance\/list-3rd-country-participation_horizon-euratom_en.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">L\u00e4nder<\/a>, Stand April 2025<\/span><span class=\"a_GcMg font-feature-liga-off font-feature-clig-off font-feature-calt-off text-decoration-none text-strikethrough-none\">\u00a0(erstellt mit mapchart.net)<\/span>\n\n&nbsp;\n\n<img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-60145\" src=\"https:\/\/foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/3-1-1024x749.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"749\" \/>\n\nQuellen: <a href=\"https:\/\/www.news.admin.ch\/de\/nsb?id=105609\" rel=\"nofollow noopener\">1<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.netzwerk-future.ch\/data\/Horizon%20Europe_DE.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">2<\/a>, <a href=\"https:\/\/scienceindustries.ch\/article\/35823\/vollstaendige-assoziierung-an-horizon-europe-unverzichtbar\" rel=\"nofollow noopener\">3<\/a>, <a href=\"https:\/\/era.gv.at\/news-items\/interim-evaluation-of-horizon-europe-analyses-impact-and-returns-of-the-framework-programme\/\" rel=\"nofollow noopener\">4<\/a>\n\n<strong>Forschungszusammenarbeit CH\u2013EU konsolidieren \u2013 auch in geopolitisch unruhigen Zeiten<\/strong>\n\nDie Forschungszusammenarbeit zwischen der Schweiz und der EU bietet f\u00fcr beide Seiten erhebliche Vorteile (vgl. Fakten zur Forschungszusammenarbeit CH-EU), war in j\u00fcngster Zeit jedoch von grosser Instabilit\u00e4t und Unsicherheit gepr\u00e4gt (vgl. Zeitstrahl). Eine <a href=\"https:\/\/www.sbfi.admin.ch\/en\/horizon-package-2021-2027\" rel=\"nofollow noopener\">V<\/a><a href=\"https:\/\/www.sbfi.admin.ch\/en\/horizon-package-2021-2027\" rel=\"nofollow noopener\">ollassoziierung der Schweiz an die Europ\u00e4ischen Forschungsprogramme<\/a> ist Voraussetzung, um diese Vorteile \u2013 gerade auch f\u00fcr den Wirtschaftsstandort Schweiz \u2013 nachhaltig zu sichern. Der Blick auf die drei Herausforderungen zeigt jedoch, dass die Schweiz sich nicht allein auf die Assoziierung verlassen kann: Ihre Forschungspolitik muss sich gezielt auch auf die R\u00fcckkehr der Geopolitik in Europa und weltweit einstellen. F\u00fcr eine erfolgreiche Teilnahme an den EU-Forschungs- und Innovationsprogrammen m\u00fcssen insbesondere die sich gegenseitig verst\u00e4rkenden Auswirkungen der EU-Priorit\u00e4tensetzung auf Sicherheit und Wettbewerbsf\u00e4higkeit ber\u00fccksichtigt werden.\n\n<span>Die ab 2028 eingef\u00fchrten <a href=\"https:\/\/research-and-innovation.ec.europa.eu\/news\/all-research-and-innovation-news\/horizon-europe-2028-2034-twice-bigger-simpler-faster-and-more-impactful-2025-07-16_en\" rel=\"nofollow noopener\">EU-Forschungsprogramme befinden sich derzeit in der Planung<\/a>; die Stossrichtung der Kommission ist zwar klar, viele Details sind jedoch noch offen. <\/span><span>F\u00fcr Drittstaaten wie die Schweiz gilt es insbesondere zu kl\u00e4ren, wie sich die \u00abDual-Use\u00bb-Fokussierung auf die Teilnahmebedingungen in den verschiedenen Programmbereichen konkret auswirkt. Zugleich ist festzuhalten, dass die EU den Wert von Offenheit und internationale Zusammenarbeit auch in geopolitisch angespannten Zeiten in ihrer <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/?uri=COM:2025:543:FIN\" rel=\"nofollow noopener\">Programmplanung<\/a> prominent verankert.Eine enge Forschungskooperation mit der Schweiz, die insbesondere in den <a href=\"https:\/\/s3.eu-central-2.wasabisys.com\/swr-cms\/d\/assets\/legacy\/stories\/pdf\/en\/Policy-analysis_SSC_2020_White-Paper-QT.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">s<\/a><a href=\"https:\/\/s3.eu-central-2.wasabisys.com\/swr-cms\/d\/assets\/legacy\/stories\/pdf\/en\/Policy-analysis_SSC_2020_White-Paper-QT.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">trategisch wichtigen Feldern wie der Quantentechnologie eine f\u00fchrende Rolle spielt<\/a><\/span><span>, d\u00fcrfte auch k\u00fcnftig im Interesse der EU sein. Voraussetzung ist, dass die Schweiz gegen\u00fcber ihren europ\u00e4ischen Partnern als verl\u00e4ssliche und vertrauensw\u00fcrdige Akteurin auftritt.<\/span>\n\nFolgende vier Denkanst\u00f6sse zeigen m\u00f6gliche Wege auf, wie es der Schweiz gelingen kann, den Europ\u00e4ischen Forschungsraum auch in geopolitisch angespannten Zeiten erfolgreich mitzugestalten:\n<blockquote>  <strong>Promote your own system<\/strong>: Forschung und Innovation sind f\u00fcr die Schweiz von (geo-)strategischer Relevanz und m\u00fcssen gef\u00f6rdert werden. Mit Sparmassnahmen in Bildung, Forschung und Innovation gef\u00e4hrdet die Schweiz ihre wichtigste Ressource und ihre internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Investitionen sind dar\u00fcber hinaus unumg\u00e4nglich, um die EU und den Rest der Welt weiterhin vom Forschungsstandort Schweiz zu \u00fcberzeugen und den EFR gemeinsam zu st\u00e4rken.\n\n  <strong>Wissen sichern<\/strong>: Die Schweiz muss fit werden f\u00fcr Knowledge Security, um mit den Standards der EU und den Entwicklungen weltweit mitzuhalten und die internationale Anschlussf\u00e4higkeit zu garantieren. Angesichts der Komplexit\u00e4t und der gemeinschaftlichen Verantwortlichkeiten ist daf\u00fcr ein Whole-of-Government-Ansatz erforderlich, in dem Bund, Kantone, Hochschulen sowie weitere Stakeholder aus Wirtschaft und Wissenschaft eng zusammenarbeiten.\n\n<strong>  Sichere<\/strong> <strong>Diversifizierung<\/strong>: Als Erg\u00e4nzung zum EFR sollte die Schweiz andere internationale Forschungskooperationen weiter ausbauen, um die globale Vernetzung zu st\u00e4rken und Abh\u00e4ngigkeiten von der EU zu reduzieren \u2013 ohne die zentrale Bedeutung des EFR infrage zu stellen oder zu gef\u00e4hrden. Das bedeutet insbesondere, dass bei Kooperationen mit risikobehafteten L\u00e4ndern wie China die europ\u00e4ischen Sicherheitsanforderungen strikt beachtet werden m\u00fcssen, um keinen Ausschluss aus EU-Schl\u00fcsselprogrammen zu riskieren.\n\n <strong> BFI und Aussenpolitik gemeinsam denken: <\/strong>Angesichts der strategischen Bedeutung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) f\u00fcr Wohlstand und globale Positionierung der Schweiz muss der Sektor in der Aussenpolitik \u2013 insbesondere im Europadossier \u2013 mehr Gewicht erhalten. BFI ist dabei als Kontinuum zu verstehen, das durch die Aussenpolitik ganzheitlich gest\u00e4rkt und in einen internationalen Kontext eingebettet werden muss. F\u00fcr die Innovationskraft des Landes sind beispielsweise nicht nur die internationalen Forschungskooperationen unabdingbar, sondern auch die internationale Mobilit\u00e4t in der Bildung \u2013 wie sie etwa durch das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ gef\u00f6rdert wird.<\/blockquote>\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n\n&nbsp;\n","protected":false},"featured_media":68887,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[],"class_list":["post-80419","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/80419","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68887"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=80419"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=80419"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=80419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}