{"id":79516,"date":"2011-02-03T00:00:00","date_gmt":"2011-02-02T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/diplomatie-im-web-2-0-was-die-schweiz-aus-den-ereignissen-in-tunesien-und-aegypten-fuer-ihre-landeskommunikation-lernen-kann\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:17","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:17","slug":"diplomatie-im-web-2-0-was-die-schweiz-aus-den-ereignissen-in-tunesien-und-aegypten-fuer-ihre-landeskommunikation-lernen-kann","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/diplomatie-im-web-2-0-was-die-schweiz-aus-den-ereignissen-in-tunesien-und-aegypten-fuer-ihre-landeskommunikation-lernen-kann\/","title":{"rendered":"Diplomatie im Web 2.0: Was die Schweiz aus den Ereignissen in Tunesien und \u00c4gypten f\u00fcr ihre Landeskommunikation lernen kann"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<strong>W\u00e4hrend die Proteste in Tunesien und \u00c4gypten \u00fcber Facebook und Twitter initiiert wurden, hat die offizielle Schweiz das Potential der neuen Medien bisher praktisch noch nicht entdeckt. Es besteht Aufholbedarf \u2013 auch im Interesse der Aussenpolitik.<\/strong>\n\n<\/div>\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nBei der Mobilisierung der Massen f\u00fcr die Proteste in Tunesien und \u00c4gypten haben Facebook und Twitter eine wichtige Rolle gespielt. Nach der Ansprache von Barack Obama Freitag Nacht, hat das Weisse Haus sofort den wichtigsten Ausschnitt aus der Rede getwittert: \u201ePresident Obama calls on Egypt to \u201ereverse the actions that they\u2019ve taken to interfere with access to the Internet\u201c und so versucht im medialen Gefecht zu punkten. Nicht nur auf Twitter ist das Weisse Haus hochoffiziell vertreten, Links vom offiziellen Facebook-Profil f\u00fchren zu Flickr, Myspace, Vimeo, Youtube und Slideshare, das weisse Haus besitzt sogar eine eigene Facebook Application. Das Online-Marketing hat schon bei der Wahl von Pr\u00e4sident Barack Obama eine wichtige Rolle gespielt und ist Teil der amerikanischen (Aussen)politik geworden. So berichtet Foreign Policy am 28. Januar 2011, dass sich das State Departement aktiv daf\u00fcr einsetzt, ein weltweites Netzwerk von Organisationen aufzubauen, die eine allf\u00e4llige Internet- und Handyblockade umgehen und damit das Recht auf freie Meinungs\u00e4usserung aufrechterhalten k\u00f6nnen.\n\n<strong>Die Schweiz hat Aufholbedarf<\/strong>\nEs stellt sich die Frage, wo die Schweiz hinsichtlich dieser Entwicklungen steht. Die Facebookseite von Bundesr\u00e4tin Micheline Calmy-Rey ist die einzige offizielle Pr\u00e4senz auf Ministerebene in den sozialen Netzwerken, die auch aktiv genutzt wird. Weitere Seiten werden vom Schweizer Parlament, von der Botschaft in Washington (ThinkSwiss), den swissnexes (Boston, San Francisco und Singapur), OSEC, Schweiz Tourismus und Swissinfo betrieben. Die Plattform \u201ech.ch\u201c, welche gem\u00e4ss eigenem Profil die \u201eoffizielle Schweiz im Internet repr\u00e4sentiert\u201c aber von nur 82 Nutzern verfolgt wird, die Bundesverwaltung mit 55 Abonnenten, die Botschaft in Washington (ThinkSwiss), das Schweizer Parlament, sowie das BAFU und UVEK sind einige der Vertreter des Bundes auf Twitter. Neben dieser nicht abschliessenden Aufz\u00e4hlung offizieller, gibt es eine grosse Anzahl inoffizieller Fanpages und Twitter-Accounts.\n\n<strong>Verpasste Chancen<\/strong>\nF\u00fcr Jemanden, der an unserem Land interessiert ist, lebe er in der Schweiz oder im Ausland, ist es sehr schwierig, eine glaubw\u00fcrdige Informationsquelle zu finden, auf die er sich berufen und sich eine \u00dcbersicht verschaffen kann. Die mangelhafte Pr\u00e4senz erm\u00f6glicht es Einzelpersonen und Interessengruppen in diese Rolle zu schl\u00fcpfen. Den Besucher\/innen f\u00e4llt es schwer, zwischen offiziellen und inoffiziellen Informationen zu unterscheiden.\nDie Schweiz verpasst es, wichtige Informationen \u00fcber die sozialen Netzwerke zu verbreiten und damit eine einzigartige M\u00f6glichkeit, transparent zu informieren und sich neue Kan\u00e4le zu bisher unerreichbaren Zielgruppen zu erschliessen. Auch stellen die sozialen Netzwerke eine ideale M\u00f6glichkeit dar, Informationen zu verbreiten, ohne dabei von den etablierten Medien abh\u00e4ngig zu sein.\nDie Neuigkeit im Web 2.0 besteht in der aktiven Beteiligung der Nutzer und einem aktiven Meinungsaustausch. Die Pr\u00e4senz auf den sozialen Netzwerken ist von fundamentaler Bedeutung, indem Bundesbern damit auf die Sorgen und Anliegen der Bev\u00f6lkerung eingehen, und n\u00e4her am Volk regieren kann.\n\n<strong>Werkzeug der Aussenpolitik<\/strong>\nDas Web 2.0 ist zu einem neuen Faktor in der Aussenpolitik geworden. International k\u00f6nnen Informationen verbreitet, und kann Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Entscheidungen und Positionen geschaffen werden. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist die Annahme der Minarett-Initiative und die daraus entstandenen Aufschreie in der muslimischen Welt. Im Wissen darum, \u00fcber die neuen Medien eine grosse Anzahl Menschen, speziell auch Entscheidungstr\u00e4ger und Meinungsf\u00fchrer, in den betroffenen Regionen ansprechen zu k\u00f6nnen, w\u00e4ren diese ein mehr als geeignetes Mittel, der schweizerischen Position zu Geh\u00f6r und Verst\u00e4ndnis zu verhelfen. Das EDA hat am 1. Februar mitgeteilt, das Image der Schweiz habe sich bei der Bev\u00f6lkerung in \u00c4gypten und der T\u00fcrkei im letzten Jahr leicht verschlechtert.\nEs ist wichtig, anstatt \u00fcber sich reden zu lassen, aktiv die eigenen Standpunkte und Interessen zu kommunizieren und zu vertreten. Auch von grosser Bedeutung ist es, mit einer Stimme zu sprechen. Trotz ihrer komplexen Struktur, sei der Schweiz geraten, eine zentrale, einfach auffindbare und umfassende Kommunikationsplattform in den neuen Medien zu schaffen, \u00fcber die sich Menschen auf der ganzen Welt auch in englischer Sprache \u00fcber die offiziellen politischen Positionen und Entscheidungen der Schweizerischen Eidgenossenschaft informieren k\u00f6nnen.\n\n<em>Adrian Mahlstein hat am Genfer Hochschulinstitut f\u00fcr Internationale Studien und Entwicklung (IHEID) Internationale Beziehungen studiert und ist Gr\u00fcndungsmitglied von foraus \u2013 Forum Aussenpolitik wo er die Arbeitsgruppe Identit\u00e4t Schweiz leitet. Ausserdem ist Adrian Mahlstein Social Media Verantwortlicher von foraus.<\/em>\n\nDer <em>foraus<\/em>-Blog ist ein Forum, das sowohl den <em>foraus<\/em>-Mitgliedern als auch Gastautoren\/innen zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Die hier ver\u00f6ffentlichten Beitr\u00e4ge sind pers\u00f6nliche Stellungsnahmen der Autoren\/innen. Sie entsprechen nicht zwingend der Meinung der Redaktion oder des Vereins <em>foraus<\/em>.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68606,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1823],"class_list":["post-79516","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-volkerrecht-multilateralismus"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79516"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79516"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}