{"id":79564,"date":"2011-07-26T00:00:00","date_gmt":"2011-07-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/perlen-vor-die-saeue-die-beschraenkung-der-arbeitsmigration-bedeutet-eine-wertvernichtung-von-unvorstellbarem-ausmass\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:24","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:24","slug":"perlen-vor-die-saeue-die-beschraenkung-der-arbeitsmigration-bedeutet-eine-wertvernichtung-von-unvorstellbarem-ausmass","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/perlen-vor-die-saeue-die-beschraenkung-der-arbeitsmigration-bedeutet-eine-wertvernichtung-von-unvorstellbarem-ausmass\/","title":{"rendered":"Perlen vor die S\u00e4ue: Die Beschr\u00e4nkung der Arbeitsmigration bedeutet eine Wertvernichtung von unvorstellbarem Ausmass"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<em>Von Stefan Schlegel<\/em> \u2013 <strong>Staaten mit grossem Wohlstand unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von armen Staaten: Sie sch\u00fctzen das Eigentum. Der Schutz des Eigentums ist eng verbunden mit dem Schutz der Freiheit des Einzelnen, denn das Eigentum ist \u2013 so die Rechtfertigung der Eigentumsgarantie \u2013 das Resultat produktiver T\u00e4tigkeit im Rahmen der freien pers\u00f6nlichen Entfaltung.<\/strong>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nWenn das Eigentum (das durch Arbeit angeh\u00e4uft wird) vor dem Eingriff des Staates gesch\u00fctzt sein muss, ist es dann nicht naheliegend, dass auch die Quelle des Eigentums, die Arbeitskraft, vor dem Eingriff des Staates gesch\u00fctzt werden muss?\n\nDas ist die Idee, die ich hier vertreten will:\n\n<em>Beschr\u00e4nkungen der Arbeitsmigration verhindern den Erwerb von potentiellem Eigentum. Die Schweiz muss sich deshalb daf\u00fcr einsetzen, dass solche Beschr\u00e4nkungen wie Enteignungen entsch\u00e4digt werden. <\/em>\n\nHeute ist nur das Eigentum gesch\u00fctzt, nicht sein Erwerb durch Arbeit. Wir betreiben im Gegenteil einen enormen Aufwand, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu verhindern. F\u00fcr die Betroffenen bedeutet dies einen enormen Verlust. Die Zuf\u00fcgung dieses Verlustes m\u00fcsste wie jede Sch\u00e4digung grunds\u00e4tzlich unzul\u00e4ssig sein und finanziell ausgeglichen werden.\n\nWenn diese Idee zun\u00e4chst l\u00e4cherlich erscheint, so h\u00e4ngt das daran, dass wir uns gew\u00f6hnt haben, Migration als Problem zu verstehen und Migranten\/innen als Verursacher dieser Probleme.\n\nDoch wer richtet den gr\u00f6sseren Schaden an, die Migranten\/innen, die durch ihre Zuwanderung gewisse Kosten und Risiken generieren, oder der Staat, der verhindert, dass die Arbeitskraft dorthin getragen wird, wo sie den gr\u00f6ssten Wert hat? Wer von beiden st\u00f6rt? Wer von beiden ist Verursacher?\n\nDie Antwort ist klar: Die beste Entwicklungshilfe der Welt hat im Vergleich zum Mehrwert, den Arbeitsmigration mit sich bringt einen verschwindend kleinen Effekt. Und selbst die komplette Liberalisierung der G\u00fcter- und Kapitalfl\u00fcsse w\u00fcrde nur ein bis zwei Promille von dem Wachstum generieren, das die Liberalisierung der Arbeitsmigration mit sich br\u00e4chte. Der Schaden, den Migrationsbeschr\u00e4nkungen anrichten ist unvorstellbar gross und der Staat als Verursacher m\u00fcsste ihn entsch\u00e4digen. Warum hat der Staat selber ein Interesse, das zu tun?\n\nFolgende \u00dcberlegung zeigt warum: Nehmen wir an, Eigentum sei nicht mehr gesch\u00fctzt. Das Getreide auf dem Feld kann von jedem geerntet werden, der grad Lust dazu hat. Der Effekt w\u00e4re, dass der Bauer nicht mehr in sein Feld investieren wird. Das Potential des Landes w\u00fcrde verschwendet, obwohl es vorhanden ist. Wir w\u00fcrden wieder J\u00e4ger und Sammler.\n\nDasselbe passiert, wenn man Arbeitskraft verschwenden darf, ohne den Schaden \u00fcbernehmen zu m\u00fcssen. Potentielle Arbeitskraft wird verschwendet, in dem sie nicht zugelassen wird an dem Ort, an dem eine Nachfrage nach ihr besteht. Sie liegt brach, obwohl sie vorhanden w\u00e4re.\n\nEs ist nie w\u00fcnschbar, dass jemand einen Schaden anrichten darf, den er nicht ausgleichen muss. Das setzt immer Anreize zur Verschwendung von Werten, die einem nicht geh\u00f6ren. Im Falle der blockierten Arbeitsmigration ist es eine Verschwendung, deren Ausmass alle Vorstellungen sprengt.\n\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.forausblog.ch\/wp-content\/uploads\/Folie11-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/>Und die Verschwendung trifft nicht nur die Ausgesperrten. So wie wir alle daran leiden, dass das Land der Bauern ver\u00f6den w\u00fcrde, so leiden wir auch an dem Arbeitspotential, das brach liegt. Denn auch, wenn jeder in erster Linie an seiner eigenen Gl\u00fcckseligkeit arbeitet, so bef\u00f6rdert er damit immer auch ein wenig das Gl\u00fcck der anderen. Es liegt drum im Interesse aller, dass Arbeitskraft dorthin getragen werden darf, wo sie einen guten Preis erzielt. Doch erst wenn wir bezahlen m\u00fcssen, was wir anrichten, steigt unsere Bereitschaft, diese Effizienz auch zu zulassen.\n\n<em><strong>Stefan Schlegel<\/strong> wohnt in Bern. Er ist Jurist und Gr\u00fcndungsmitglied von foraus \u2013 Forum Aussenpolitik. Er leitet die Arbeitsgruppe Migration und ist Mitglied der Redaktion des foraus-Blog. <\/em>\n\n<em>Der foraus-Blog ist ein Forum, das sowohl den foraus-Mitgliedern als auch Gastautoren\/innen zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Die hier ver\u00f6ffentlichten Beitr\u00e4ge sind pers\u00f6nliche Stellungsnahmen der Autoren\/innen. Sie entsprechen nicht zwingend der Meinung der Redaktion oder des Vereins foraus.<\/em>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68605,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1820],"class_list":["post-79564","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-migration"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79564"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79564"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}