{"id":79577,"date":"2017-08-07T00:00:00","date_gmt":"2017-08-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/bilaterale-beziehungen-schweiz-kenia-teil-1\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:26","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:26","slug":"bilaterale-beziehungen-schweiz-kenia-teil-1","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/bilaterale-beziehungen-schweiz-kenia-teil-1\/","title":{"rendered":"Bilaterale Beziehungen Schweiz &amp; Kenia (Teil 1)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kenia ist die gr\u00f6sste Volkswirtschaft in Ostafrika und steht kurz vor potenziell richtungsweisenden Wahlen. In diesem Zusammenhang konnte Foraus mit Florian Gubler, stellvertretender Missionschef der Schweiz in Nairobi, ein Interview durchf\u00fchren. Erfahre im ersten Teil wo die Schweiz mit Kenia zusammenarbeitet und wo man die Beziehungen noch ausbauen k\u00f6nnte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><b>Kenia und die Schweiz etablierten schon kurz nach der Unabh\u00e4ngigkeit Kenias im Jahre 1963 diplomatische Beziehungen. Wie haben sich diese entwickelt und was hat man gemeinsam erreicht?<\/b><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><i>Florian Gubler:<\/i>\u00a0Kenia ist einer unserer wichtigsten Partner in Afrika und die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kenia waren \u00fcber die Jahrzehnte weitestgehend gut. Nachdem in Kenia in den neunziger Jahren ein Mehrparteiensystem eingef\u00fchrt und demokratische Wahlen abgehalten wurden, entstanden auch die Grundlagen f\u00fcr engere und diversifiziertere Beziehungen, wie etwa Abkommen zum Investitionsschutz und zum Luftverkehr, zur Zusammenarbeit in der Friedens- und Sicherheitspolitik sowie zwischen den Justizbeh\u00f6rden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><b>Welches sind gegenw\u00e4rtig die Schwerpunkte in den bilateralen Beziehungen?<\/b><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Momentan sehe ich drei thematische Schwerpunkte. Erstens die Korruptionsbek\u00e4mpfung, wo die Schweiz eng mit Kenia zusammenarbeitet, speziell im Hinblick darauf, durch Korruption erwirtschaftetes Geld aus der Schweiz nach Kenia zur\u00fcckzuf\u00fchren (Potentatengelder, Asset Recovery). Der zweite Schwerpunkt h\u00e4ngt mit der im Jahre 2010 rundum erneuerten Verfassung Kenias zusammen, die eine Dezentralisierung in Gang setzte, welche zum Ziel hat, die Verwaltung in den Regionen n\u00e4her an den B\u00fcrger zu bringen. Hier unterst\u00fctzt die Schweiz die kenianischen Beh\u00f6rden im Sinne eines Erfahrungsaustauschs mit Expertise, um aufkommende Herausforderungen und Probleme zu meistern. Und dann m\u00f6chte ich auch die Entwicklungszusammenarbeit nennen, welche sich im Rahmen eines Regionalprogramms vor allem auf den trockenen Norden von Kenia (sowie auf Somalia und die Grenzregionen in \u00c4thiopien) konzentriert, wo der Fokus auf Ern\u00e4hrungssicherheit, Gesundheitspolitik, guter Regierungsf\u00fchrung und Migrationsthemen liegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><b>In welchen Bereichen besteht noch Potenzial f\u00fcr eine Ausweitung der Beziehungen?<\/b><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gesamte Handelsvolumen zwischen der Schweiz und Kenia betrug im Jahre 2016 relativ bescheidene 140 Millionen CHF, hier sehen wir ganz klar Ausbaupotenzial. So besteht beispielsweise im Energiesektor ein grosser Bedarf an Investitionen, um das vorhandene Potenzial an erneuerbaren Ressourcen auszusch\u00f6pfen. Zudem hat die Landwirtschaft Nachholbedarf punkto Effizienz, und die nachgelagerte Verarbeitung ist wenig produktiv. Kenia ist stark von Lebensmittelimporten abh\u00e4ngig. Hier k\u00f6nnte man den Handel, aber auch die Investitionen vor Ort ausbauen.<br><i><\/i><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><i>Florian Gubler ist stellvertretender Missionschef der Schweizerischen Botschaft in Nairobi. Vorher war er unter anderem in Pristina, Moskau, Bern und Tiflis stationiert.<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":68607,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[],"class_list":["post-79577","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79577"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79577"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}