{"id":79605,"date":"2012-01-19T00:00:00","date_gmt":"2012-01-18T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/kopenhagen-cancun-durban-und-jetzt-die-naechsten-schritte-in-der-aktuellen-klimapolitik\/"},"modified":"2026-05-27T11:20:30","modified_gmt":"2026-05-27T09:20:30","slug":"kopenhagen-cancun-durban-und-jetzt-die-naechsten-schritte-in-der-aktuellen-klimapolitik","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/kopenhagen-cancun-durban-und-jetzt-die-naechsten-schritte-in-der-aktuellen-klimapolitik\/","title":{"rendered":"Kopenhagen, Canc\u00fan, Durban und jetzt? Die n\u00e4chsten Schritte in der aktuellen Klimapolitik"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<em>Von Yannick Schoch &#8211;<\/em> <strong>Um in der Klimapolitik entscheidend voranzukommen, m\u00fcssen die an der Welt-Klimakonferenz der UNO in S\u00fcdafrika beschlossenen strukturellen Massnahmen innert k\u00fcrzester Frist in verbindliche Reduktionsziele umgesetzt werden. Dar\u00fcber hinaus ist ein entschlossenes Vorgehen auf weiteren Handlungsebenen erforderlich. Die Schweiz w\u00fcrde emissionstechnisch besser mit gutem Beispiel vorangehen, als hintanzustehen. <\/strong>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nDies ist der zweite Teil von Yannick Schochs Analyse zu Durban.\n\nDem Menschen ist das Hemd n\u00e4her als der Rock \u2013 dies gilt besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Daher ist es ein positives Zeichen, dass an der Klimakonferenz in Durban \u00fcberhaupt eine Einigung erzielt werden konnte. Das l\u00e4sst einen gewissen Willen der Staatengemeinschaft erkennen, die Herausforderungen der Klimaerw\u00e4rmung anzugehen. Erfreulich ist speziell, dass das neu zu schaffende Klimaabkommen f\u00fcr alle Staaten gelten soll und als geradezu revolution\u00e4r mutet es an, dass die bisher immer an der Seite der Chinesen stehenden \u00e4rmsten L\u00e4nder, sich mit den Europ\u00e4ern f\u00fcr einen neuen Klimavertrag ausgesprochen haben. Bis zu einem globalen Abkommen ist es aber noch ein weiter Weg und die Zeit dr\u00e4ngt.\n\n<strong>Das weitere Vorgehen im Rahmen der Klimarahmenkonvention<\/strong>\n\nNach der Aufgleisung des institutionellen Rahmens m\u00fcssen umgehend die n\u00f6tigen Schritte zur Konkretisierung und Umsetzung der gefassten Beschl\u00fcsse getroffen werden. Dabei wird es essentiell sein, das neue Abkommen mit griffigen Massnahmen zur Sanktion f\u00fcr das Nichterf\u00fcllen von Reduktionszielen auszustatten. Der Klimafonds zur Unterst\u00fctzung der Entwicklungsl\u00e4nder bei Emissionsreduktionen und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, dessen Errichtung in Durban beschlossen wurde, muss so schnell wie m\u00f6glich mit einem Finanzierungsmodell ausgestattet werden, denn es ist noch v\u00f6llig unklar, woher die entsprechenden Mittel stammen sollen. Bis zum Ablauf der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls Ende 2012 gilt es auch, die Ziele und die Dauer der zweiten Periode festzulegen, damit diese Anfang 2013 in Kraft treten kann und ein vertragsloser Zustand vermieden wird. Wichtig ist zudem, die Lehren aus den Geburtsfehlern des Kyoto-Protokolls zu ziehen. Dazu geh\u00f6rt etwa das einseitige K\u00fcndigungsrecht, welches es den Mitgliedsstaaten erm\u00f6glicht, einfach aus dem Vertrag auszusteigen, um Strafzahlungen zu entgehen, wie dies Kanada eine Woche nach der Konferenz in Durban getan hat.\n\n<strong>Andere Handlungsans\u00e4tze in der Klimapolitik <\/strong>\n\nDa die Verhandlungen im Rahmen der UNO auf globaler Ebene stattfinden, sind sie von gr\u00f6sstm\u00f6glicher Legitimit\u00e4t. Aus demselben Grund sind sie aber auch schwerf\u00e4llig. Daher ist es wichtig, die Verhandlungen in der UNO entschlossen weiterzuf\u00fchren und die in Durban geschaffenen H\u00fcllen mit konkreten Inhalten zu f\u00fcllen, um eine Emissionsreduktion zu erreichen. Gleichzeitig gilt es aber auch auf anderen Ebenen und in dynamischeren und handlungsf\u00e4higeren Gremien \u2013 wie der EU und den G-20 \u2013 weiter voranzuschreiten. Auf nationaler Ebene liegt es an den einzelnen Regierungen, wirksame Reduktionsmassnahmen einzuleiten. Vermehrt sehen auch grosse Emittenten wie China ein, dass der Klimawandel im eigenen Land enormen Schaden anrichten wird. Und auch wenn sich dies noch nicht in der Bereitschaft \u00e4ussert, verbindliche Verpflichtungen einzugehen, steigt bei diesen Staaten der Wille, Reduktionsmassnahmen zu ergreifen. Vor allem den armen L\u00e4ndern m\u00fcssen die Vorteile erneuerbarer Energien aufgezeigt werden. Durch technisches Knowhow und Finanzierung gilt es, diese auch bei der Nutzung des Potentials ihrer Ressourcen in Bereichen wie Solarenergie und Geothermik zu unterst\u00fctzen.\n\n<strong>Viel Bedarf f\u00fcr Verbesserung auch in der Schweiz <\/strong>\n\nAuf internationalem Parkett macht die Schweiz als l\u00f6sungsorientierter \u201ehonest broker\u201c einen guten Job, jedoch hinkt auch sie den Zielen des Kyoto-Protokolls hinterher. F\u00fcr die globale Entwicklung sind die Treibhausgasemissionen der kleinen Schweiz zwar nicht ausschlaggebend. Trotz Frankenst\u00e4rke und drohender Rezession sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Schweiz im globalen Umfeld aber weiterhin beneidenswert. Deshalb sollte sie mit gutem Beispiel vorangehen und alles unternehmen, um die Werte von Kyoto zu erreichen. Dies gen\u00fcgt aber noch nicht: Die Schweiz importiert \u00fcberdurchschnittlich viele emissionsintensive Produkte, insgesamt fallen rund 59 Prozent des Schweizer \u201eCarbon Footprints\u201c im Ausland an. Daher m\u00fcsste die Schweiz deutlich ambitioniertere Reduktionsmassnahmen ergreifen, mehr in die Forschung sowie die Umsetzung bereits vorhandener Alternativtechnologien investieren und sich st\u00e4rker im Bereich des Technologietransfers engagieren, um ihre klimapolitische Verantwortung wahrzunehmen.\n\n<em><strong>Yannick Schoch<\/strong> ist Jurist und lebt in Z\u00fcrich. Er ist Mitglied der foraus-Arbeitsgruppe Umwelt, Verkehr und Energie.<\/em>\n\n<em>Der foraus-Blog ist ein Forum, das sowohl den foraus-Mitgliedern als auch Gastautoren\/innen zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Die hier ver\u00f6ffentlichten Beitr\u00e4ge sind pers\u00f6nliche Stellungsnahmen der Autoren\/innen. Sie entsprechen nicht zwingend der Meinung der Redaktion oder des Vereins foraus.<\/em>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1823],"class_list":["post-79605","blog-post","type-blog-post","status-publish","hentry","custom-themes-volkerrecht-multilateralismus"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79605","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79605"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79605"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79605"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79605"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}