{"id":79883,"date":"2013-09-25T00:00:00","date_gmt":"2013-09-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/post-15-agenda-papiertiger-oder-revolutionaerer-gesellschaftsvertrag\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:09","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:09","slug":"post-15-agenda-papiertiger-oder-revolutionaerer-gesellschaftsvertrag","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/post-15-agenda-papiertiger-oder-revolutionaerer-gesellschaftsvertrag\/","title":{"rendered":"Post-15-Agenda: Papiertiger oder revolution\u00e4rer Gesellschaftsvertrag?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<em>Rahel Loretan &#8211;<\/em> <strong>In der Post-2015-Agenda sollen Entwicklungsziele mit Umweltstandards in einer universellen Nachhaltigkeitsagenda verbunden werden. F\u00fcr die Umsetzung dieser Vision in die Realpolitik braucht es einen Paradigmenwechsel. Das wird viel \u00dcberzeugungsarbeit brauchen, ist in einer globalisierten Welt aber unumg\u00e4nglich.<\/strong>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<em>Sustainable Development Goals \u2013 Die Blogreihe<\/em>\n\n<em>Dieser Beitrag erscheint anl\u00e4sslich des \u00ab\u00a0Special event on the follow-up of the Millenium Development Goals\u00a0\u00bb, welcher im Rahmen der UNO-Generalversammlung stattfand <\/em><em>und ist Teil einer Blog-Reihe zu den Sustainable Development Goals (SDG). <\/em><em>Diese Blog-Reihe reflektiert bis Mitte Oktober verschiedene Aspekte dieser zuk\u00fcnftigen Entwicklungsagenda. <\/em>\n\nIm Jahr 2000 wurde die <a href=\"http:\/\/www.un.org\/millenniumgoals\/\" rel=\"nofollow noopener\">Millennium Declaration<\/a> mit acht Zielen, den Millennium Development Goals (MDG), verabschiedet. Diese sahen einschl\u00e4gig die Halbierung der Armut bis 2015 vor. Seither wurden in einigen Bereichen Fortschritte erzielt, zum Beispiel beim Zugang zu Trinkwasser. Zwei Jahre vor Ende der Frist zeigt sich aber, dass viele Ziele bei weitem nicht erreicht sind und grosse regionale Unterschiede bestehen.\n\nKritiker bem\u00e4ngeln, dass die MDG relevante Themenfelder vernachl\u00e4ssigt haben (Klimawandel, Konfliktgebiete), Armut vor allem unter \u00f6konomischen Aspekten begreifen sowie keine strukturellen Massnahmen beinhalten. Weitere Kritik betrifft die Erarbeitung der Ziele, da es sich dabei um einen top-down Prozess ohne Einbezug der direkt Betroffenen gehandelt habe. Kaum umstritten ist jedoch, dass die MDG durch ihre klare Ausrichtung eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Messbarkeit von Armut geschaffen und eine Mobilisierung der Staatengemeinschaft bewirk<em>t haben. Ausserdem haben die Ziele die Diskussion \u00fcber menschliche Entwicklung auf die globale Agenda gesetzt. <\/em>\n\n<strong>Aus Fehlern lernen<\/strong>\n\nDie Post-2015-Agenda soll nun die Schw\u00e4chen der MDG bereinigen und die St\u00e4rken weiterf\u00fchren. Verschiedene Reports liegen bereits vor, unter anderem der <a href=\"http:\/\/www.un.org\/sg\/management\/pdf\/HLP_P2015_Report.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">High Panel Report<\/a> der Vereinten Nationen, der <a href=\"http:\/\/www.unglobalcompact.org\/docs\/news_events\/9.1_news_archives\/2013_06_18\/UNGC_Post2015_Report.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">Corporate Sustainability Report<\/a> des Global Compact, eine <a href=\"http:\/\/www.unglobalcompact.org\/docs\/news_events\/9.1_news_archives\/2013_06_18\/UNGC_Post2015_Report.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">Aktions-Agenda<\/a> des Sustainable Development Solutions Network sowie ein <a href=\"http:\/\/www.post2015.ch\/etc\/medialib\/downloads\/post.Par.0035.File.tmp\/UN%20SG%20Report%20on%20MDG%20and%20Post2015.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">Report<\/a> des UNO-Generalsekret\u00e4rs Ban Ki-Moon. Noch immer geht es darum, extremer Armut entgegenzuwirken, diese will man aber umfassend und universell angehen.\n\nDiese Nachhaltige Agenda, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG), soll mit Umweltthemen, basierend auf der <a href=\"http:\/\/www.uncsd2012.org\/about.html\" rel=\"nofollow noopener\">Rio+20-Konferenz<\/a> von 2012, sowie globalen Wirtschaftsfragen, Friedensmassnahmen und politischer Transparenz verkn\u00fcpft werden. Mit den SDG will man die globalen Herausforderungen also transversaler und koh\u00e4renter angehen. Die neue Agenda betrachtet nachhaltige Entwicklung nicht mehr nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch aus sozialer und \u00f6kologischer Perspektive. Armut wird als multidimensionales Problem, abh\u00e4ngig von lokalen Gegebenheiten, betrachtet. Die Dichotomie zwischen Nord und S\u00fcd soll durch die SDG \u00fcberwunden werden. Eine globale Partnerschaft wird angestrebt, in der Hochentwickelte- wie auch Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder ihren Beitrag leisten m\u00fcssen.\n\n<strong>Zahlen alleine reicht nicht <\/strong>\n\nDieser gesamtheitliche Ansatz ist erstrebenswert. Er wird aber nicht nur auf der Stufe der Entwicklungszusammenarbeit umsetzbar sein, sondern erfordert tiefgreifende Ver\u00e4nderungen unseres Denkens und Handelns. Diese globale Partnerschaft k\u00e4me einem neuen, weltweiten Gesellschaftsvertrag gleich. Da die SDG aber im Vergleich zu den MDG umfassender sind, wird es auch schwieriger, klar kommunizierbare und messbare Ziele zu formulieren, welche auf ihre Wirksamkeit \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen. Auch werden mehr finanzielle Mittel notwendig sein, f\u00fcr die sich die einzelnen Staaten auf nationaler Ebene rechtfertigen m\u00fcssen.\n\nW\u00e4hrend die Rolle der hochentwickelten L\u00e4nder bei den MDG mehrheitlich auf die Bereitstellung finanzieller Ressourcen beschr\u00e4nkt war, wird f\u00fcr die erfolgreiche Umsetzung der SDG mehr politisches Commitment notwendig sein. Diese Vision wird daher noch viel \u00dcberzeugungsarbeit brauchen. Die Debatte dar\u00fcber ist aber wichtig und dringend n\u00f6tig, um globale Herausforderungen anzugehen.\n\n<em><strong>Heisse Eisen anfasssen<\/strong> <\/em>\n\nAuch in der Schweiz hat man begonnen, sich mit dem Prozess nach 2015 auseinander zu setzen (<a href=\"http:\/\/www.post2015.ch\/post2015\/de\/home.html\" rel=\"nofollow noopener\">SDG-Plattform<\/a>). Wenn die SDG als internationales Rahmenwerk in Kraft treten, werden innenpolitisch heikle Themen angesprochen, etwa das Bankgeheimnis, der Ressourcenverbrauch oder die Agrarsubventionen. Im Grunde w\u00fcrde dies die Herausl\u00f6sung der Ziele aus dem Kontext der Entwicklungszusammenarbeit und den Wandel zu einer koh\u00e4renten Innen- und Aussenpolitik bedeuten. Damit diese Ver\u00e4nderungen politisch umsetzbar sein werden, braucht es ein breites Verst\u00e4ndnis der \u00d6ffentlichkeit.\n\nEs gilt aufzuzeigen, dass die Schweiz in einer komplexen, globalisierten Welt abh\u00e4ngig von Geschehnissen auf dem Globus ist und ihr eine solche Agenda zugutekommt. Dazu braucht es eine Diskussion auf verschiedenen Stufen der Gesellschaft. Ausserdem sollte die Schweiz als Wissensgesellschaft bereits im Entstehungsprozess der Agenda eine proaktive und vermittelnde Rolle einnehmen, um einen Beitrag an die globalen Herausforderungen zu leisten.\n\n<em>Rahel Loretan (31) hat Gesellschaftswissenschaften in Fribourg studiert und lebt in Bern. Sie ist Mitglied des Programms Entwicklungspolitik bei foraus. <\/em>\n\n<em>Der foraus-Blog ist ein Forum, das sowohl den foraus-Mitgliedern als auch Gastautoren\/innen zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Die hier ver\u00f6ffentlichten Beitr\u00e4ge sind pers\u00f6nliche Stellungnahmen der Autoren\/innen Sie entsprechen nicht zwingend der Meinung der Redaktion oder des Vereins foraus. <\/em>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1953],"class_list":["post-79883","blog-post","type-blog-post","status-publish","hentry","custom-themes-internationale-zusammenarbeit-entwicklung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79883"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79883"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}