{"id":79917,"date":"2013-10-17T00:00:00","date_gmt":"2013-10-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/menschenrechte-staerken-die-gewaehr-fuer-eine-dauerhafte-und-effektive-armutsreduzierung\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:15","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:15","slug":"menschenrechte-staerken-die-gewaehr-fuer-eine-dauerhafte-und-effektive-armutsreduzierung","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/menschenrechte-staerken-die-gewaehr-fuer-eine-dauerhafte-und-effektive-armutsreduzierung\/","title":{"rendered":"Menschenrechte st\u00e4rken: Die Gew\u00e4hr f\u00fcr eine dauerhafte und effektive Armutsreduzierung"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<em>Jacques Tissot<\/em>\u00a0\u2013\u00a0<strong>Die Sustainable Development Goals (SDGs) sollten sich verst\u00e4rkt an den Menschenrechten orientieren. Dadurch wird die n\u00f6tige Grundlage zu einer nachhaltigen Entwicklung geschaffen.<\/strong>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<em>Sustainable Development Goals \u2013 Die Blogreihe<\/em>\n\n<em>Dieser Beitrag ist Teil einer Blog-Reihe zu den Sustainable Development Goals (SDG).\u00a0<\/em><em>Diese Blog-Reihe reflektiert bis Ende Oktober verschiedene Aspekte dieser zuk\u00fcnftigen Entwicklungsagenda.<\/em>\n\nInklusive Institutionen sind f\u00fcr ein nachhaltiges Wachstum unentbehrlich. Dies wurde neulich auch von Daron Acemoglu und James Robinson in ihrer wirtschaftsgeschichtlichen Analyse \u201eWhy Nations Fail\u201c best\u00e4tigt. Die Menschenrechte zielen darauf ab, den Rahmen f\u00fcr solche Institutionen zu kreieren, welche der Gesellschaft die notwendigen Instrumente f\u00fcr deren Entwicklung zusprechen.\n\n<strong>Entwicklung als Bef\u00e4higung<\/strong>\n\nArmut ist gem\u00e4ss Nobelpreistr\u00e4ger Amartya Sen ein Freiheitsentzug. Gleichzeitig ist sie aber eine Chance zur Entfaltung. Ein armer Mensch\u00a0<em>besitzt<\/em>\u00a0ein Potenzial, welches durch dessen Entwicklung befreit werden kann. Diese Definition der Armut hat dem Begriff des Liberalismus nach Jahren der einseitigen Auslegung (Washington Consensus) eine neue Bedeutung verliehen. Ganz im Sinne des \u00d6konomen heisst Entwicklung Befreiung bzw. Bef\u00e4higung. Bei einem armen Zustand geht es nicht nur um finanzielle Knappheit: der Mensch kann beispielsweise auch intellektuell, politisch, sozial oder kulturell arm sein. Konkret heisst es, dass die Gesellschaft einen Rahmen erstellen sollte, wo sich Verwirklichungschancen (capabilities) ausweiten k\u00f6nnen, um die Armut zu beseitigen.\n\nAmartya Sens Theorie stellt in der Geschichte der Entwicklungstheorien einen Meilenstein dar. Eine Entwicklung kann erst als nachhaltig bezeichnet werden, wenn sich die Freiheiten einander valorisieren und dabei das \u00f6kologische, das soziale und das \u00f6konomische System im Gleichgewicht bleiben. In diese Theorie lassen sich diese drei Dimensionen\u00a0der Nachhaltigkeit integrieren, auf welchen die Post-2015-Agenda gr\u00fcnden will. Die prim\u00e4re Herausforderung f\u00fcr die n\u00e4chste Entwicklungsagenda wird darin bestehen, ein solches System zu schaffen, das eine inklusive Entwicklung erm\u00f6glicht. Der Grundstein dazu wird mit der F\u00f6rderung der Menschenrechte gelegt.\n\n<strong>Menschenrechte, die Basis f\u00fcr Verwirklichungschancen<\/strong>\n\nDer menschenrechtliche Ansatz ist f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung sinnvoll, weil er ein Minimum vorsieht, bei dem die Schwelle der menschlichen W\u00fcrde erreicht wird \u2013 daraus stammt auch der Universalit\u00e4tscharakter der Menschenrechte. Sie sind die Basis zur Ausweitung von Verwirklichungschancen und bilden den Pr\u00fcfstein f\u00fcr w\u00fcnschenswerte Entwicklungen. Diese Allgemeing\u00fcltigkeit will dennoch nicht einspuriges Wachstum heissen. Der Kultur kommt dabei eine grosse Bedeutung zu. Sie ist f\u00fcr die Identit\u00e4t der Menschen wesentlich und repr\u00e4sentiert wohl ein Fundament, auf welchem sich die Menschenrechte entfalten k\u00f6nnten. Durch sie k\u00f6nnen sich die V\u00f6lker in deren Vielf\u00e4ltigkeit entwickeln.\n\nDie Post-2015-Agenda m\u00f6chte verhindern, dass Gruppen auf dem Weg zur \u00ab\u00a0Moderne\u00a0\u00bb zur\u00fcckgelassen werden. Amartya Sens Theorie sowie die Menschenrechte sind deshalb eine gute Grundlage, weil sie nicht nur die \u00ab\u00a0andern\u00a0\u00bb, sondern uns alle betreffen. In jeder Region der Welt finden sich somit Verbesserungspotenziale. Dies zwingt uns, \u00fcber die gew\u00f6hnliche Nord-S\u00fcd-Aufteilung oder die Gegen\u00fcberstellung von entwickelten und unterentwickelten L\u00e4ndern hinauszugehen.\n\n<strong>Den Herausforderungen der Zukunft begegnen<\/strong>\n\nEines der grossen Themen, die uns in der Zukunft auch besch\u00e4ftigen werden, ist der Klimawandel. Unter dieser Perspektive enth\u00e4lt der Menschenrechtskatalog Anspr\u00fcche, die direkt auf Massnahmen zum Umweltschutz verweisen. Zum Beispiel hat das Recht auf Leben viele Implikationen und bezieht sich gleichzeitig auf alle anderen Menschenrechte. Wer leben will, soll beispielsweise eine angemessene Ern\u00e4hrung sowie sauberes Trinkwasser erhalten, was auch den Schutz der Umwelt voraussetzt. Und dies hat unter anderem zur Folge, dass die Produktion und der Konsum von Ressourcen nachhaltig keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt haben sollten. Nun k\u00f6nnte der Skeptiker behaupten, dass Menschen immer wieder mit unvorhersehbaren, f\u00fcr sie negativen Ereignissen konfrontiert werden. Das ist richtig, dennoch sind die Menschenrechte \u2013 wie gesagt \u2013 ein Minimum. Sie erm\u00f6glichen der Menschheit, gegen jede Art von Zuf\u00e4llen gewappnet zu sein.\n\nDass die Schweiz den Fokus auf die Menschenrechte verst\u00e4rkt legen will, ist begr\u00fcssenswert. In der Post-2015-Agenda sollte eine umfassende Strategie entworfen werden, die deren Promotion vorsieht und sie auch systematisch verwirklichen l\u00e4sst. Sie sollten als Referenz f\u00fcr die Definition der SDGs dienen, denn sie sind auch die beste Antwort auf die vom \u201eHigh-Level Panel\u201c erw\u00fcnschten Ver\u00e4nderungen. Sie lassen n\u00e4mlich keinen Raum f\u00fcr extraktive Strukturen, welche die nat\u00fcrlichen, humanen und wirtschaftlichen Ressourcen zugunsten einer eigenm\u00e4chtigen Elite ausbeuten. Schliesslich sollten sie auch auf dem ersten Rang der Priorit\u00e4ten der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit stehen.\n\n<em>Der foraus-Blog ist ein Forum, das sowohl den foraus-Mitgliedern als auch Gastautoren\/innen zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Die hier ver\u00f6ffentlichten Beitr\u00e4ge sind pers\u00f6nliche Stellungsnahmen der Autoren\/innen. Sie entsprechen nicht zwingend der Meinung der Redaktion oder des Vereins foraus.<\/em>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1953],"class_list":["post-79917","blog-post","type-blog-post","status-publish","hentry","custom-themes-internationale-zusammenarbeit-entwicklung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79917","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79917"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79917"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}