{"id":79927,"date":"2014-11-03T00:00:00","date_gmt":"2014-11-02T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/auch-eltern-handeln-oekonomisch-lohnt-sich-bildung-sinkt-die-geburtenrate\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:17","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:17","slug":"auch-eltern-handeln-oekonomisch-lohnt-sich-bildung-sinkt-die-geburtenrate","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/auch-eltern-handeln-oekonomisch-lohnt-sich-bildung-sinkt-die-geburtenrate\/","title":{"rendered":"Auch Eltern handeln \u00f6konomisch: Lohnt sich Bildung, sinkt die Geburtenrate"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Die Geburtenraten einzelner Staaten unterscheiden sich wesentlich. In hochentwickelten L\u00e4ndern haben Eltern heute durchschnittlich nur noch 1-2 Kinder. Warum eigentlich?<\/b>\n\n<\/div>\n&nbsp;\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<i><b><\/b><\/i><b>Blogreihe zur Ecopop-Initiative<\/b>\n\n<b><\/b><b>Dieser Beitrag ist Teil einer Blogreihe zur bevorstehenden Volksabstimmung \u00fcber die Ecopop-Initiative. Diese Blogreihe analysiert im Hinblick auf den 30. November das Argumentarium der Initianten und reflektiert \u00fcber potentielle Folgen einer Annahme der Initiative.<\/b><i><b><\/b><\/i>\n\nEines der Hauptargumente der Malthusianer ist, dass bei steigendem Einkommen die Bev\u00f6lkerung exponentiell zunimmt. Wer sich mehr Kinder leisten kann, hat auch mehr Kinder. Malthusianer, und das zeigte u.a. der \u00d6konom Gary S. Becker, vernachl\u00e4ssigen in der Analyse des Bev\u00f6lkerungswachstums sowohl den technologischen Fortschritt als auch die Wirkung des Humankapitals auf Entscheidungen bez\u00fcglich der Familiengr\u00f6sse. Im Folgenden wird kurz auf die Verbindung zwischen Humankapital und Bev\u00f6lkerungswachstum eingegangen und gezeigt, dass die Entscheidung \u00fcber die Gr\u00f6sse der Familie auch davon abh\u00e4ngig ist, ob es sich lohnt, in die Bildung des Kindes zu investieren.\n\n<b>Rentiert Bildung, nimmt die Familiengr\u00f6sse ab<\/b>\n\n\u201eMein Kind soll es besser haben als ich\u201c, ist ein h\u00e4ufiger Wunsch und dabei scheuen viele Eltern weder Kosten noch M\u00fchen. Diese fallen aber je nach \u00f6konomischer Situation unterschiedlich aus und beeinflussen die Entscheidung \u00fcber die Familiengr\u00f6sse wesentlich. Entscheidend hierf\u00fcr ist die Bildungsrendite, welche die Investitionen in die Bildung mit dem Mehrwert, der durch die Bildung generiert wurde, in ein Verh\u00e4ltnis setzt. Ist die Bildungsrendite niedrig, ist eine gr\u00f6ssere Anzahl Kinder vorteilhaft. Ist sie hingegen hoch, so haben Eltern einen gr\u00f6sseren Anreiz, die Investitionen pro Kopf zu erh\u00f6hen, d.h. in die Bildung ihres Kindes zu investieren und dadurch die gesamte Anzahl der Kinder zu senken.\n\nDies t\u00f6nt zwar kompliziert, ist aber intuitiv einleuchtend: Wird eine Tochter beispielsweise in einem Land mit einem ausgepr\u00e4gten Landwirtschaftssektor zur Ingenieurin ausgebildet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann eine erfolgreiche Ingenieurin wird, eher klein. Die Tochter findet keine guten Schulen und hat nur wenige M\u00f6glichkeiten, ihr Humankapital, sprich ihre F\u00e4higkeit als Ingenieurin, irgendwo einsetzen zu k\u00f6nnen, da nur ein sehr kleiner Markt daf\u00fcr existiert. Der erwartete Lohn als Ingenieurin, sofern sie \u00fcberhaupt eine Arbeitsstelle findet, liegt in diesem Fall in keinem Verh\u00e4ltnis zu den Investitionen. F\u00fcr die Eltern ist es in diesem Fall attraktiver, wenn sie ihr Kapital in eine gr\u00f6ssere Anzahl von Kindern investieren. Sobald die Kinder erwachsen werden, sind sie zwar aufgrund der geringen Bildung nicht sehr produktiv, da aber jeder ein bisschen zum Einkommen beitr\u00e4gt, k\u00f6nnen die Lebensgrundlagen der Familie erhalten bleiben.\n\nAnders sieht es aus, wenn die Bildungsrendite hoch ist, wenn also bereits gute Bildungsm\u00f6glichkeiten existieren und ein funktionierender Arbeitsmarkt f\u00fcr Ausbildungsabg\u00e4nger besteht. F\u00fcr die Eltern macht es nun Sinn, m\u00f6glichst viel in wenige Kinder zu investieren. Im Beispiel der Tochter, welche Ingenieurin werden m\u00f6chte, ist es f\u00fcr die Eltern attraktiv, die Tochter auf Schulen zu schicken, in denen sie zur Ingenieurin ausgebildet wird, da M\u00e4rkte f\u00fcr gut ausgebildete Ingenieurinnen in unmittelbarer N\u00e4he existieren und das Humankapital der Tochter nachgefragt wird. Die Investitionen in das Humankapital der Tochter sind zwar hoch, jedoch sinnvoll, da die Wahrscheinlichkeit, dass die Tochter eine passende Arbeitsstelle findet, hoch ist und sich die Investitionen deshalb lohnen. Da es attraktiver ist, mehr in wenige Kinder zu investieren, als wenig in viele Kinder, w\u00e4hlen Eltern eine eher kleine Familiengr\u00f6sse mit hohen Investitionen in die einzelnen Kinder.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3608 size-full\" src=\"http:\/\/test.foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/751px-School_children_line_Cochin_Kerala_India.jpg\" alt=\"\" width=\"751\" height=\"600\" \/><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<i>Schulkinder in Cochin, Indien: Will eines dieser Kinder einen bildungsintensiven Beruf erlernen,<\/i>\n<i>muss sich die harte Ausbildung auch lohnen.<\/i>\u00a0(Quelle: Commons Wikimedia)\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nUm die Lebensgrundlagen der n\u00e4chsten Generation zu erhalten, ist es deshalb nicht in erster Linie n\u00f6tig, das Bev\u00f6lkerungswachstum zu reduzieren. Vielmehr soll die Politik M\u00f6glichkeiten schaffen. Dies beinhaltet beispielsweise einen einfachen Zugang zu Bildung und die Ausgestaltung eines Arbeitsmarkts, in dem Bildung honoriert wird.\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68607,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1820],"class_list":["post-79927","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-migration"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79927","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79927"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79927"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79927"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79927"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}