{"id":79940,"date":"2014-07-29T00:00:00","date_gmt":"2014-07-28T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/saisonniers2-0-die-mei-fuehrt-in-versuchung\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:18","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:18","slug":"saisonniers2-0-die-mei-fuehrt-in-versuchung","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/saisonniers2-0-die-mei-fuehrt-in-versuchung\/","title":{"rendered":"Saisonniers2.0: Die MEI f\u00fchrt in Versuchung"},"content":{"rendered":"\n<b>Soll gleichzeitig die Nachfrage nach Arbeit gedeckt und die Zuwanderung gedrosselt werden, so steigt der Druck, Arbeitskr\u00e4fte einfach nicht mehr als Zuwanderer zu z\u00e4hlen. Ein Trick, der mit der Umsetzung der MEI in Mode kommen k\u00f6nnte, besteht darin, Dienstleistungserbringer, statt Arbeitnehmer zu rekrutieren.<\/b>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nGemessen an den denkbaren Umsetzungskonzepten f\u00fcr die Masseneinwanderungsinitiative (MEI) ist der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bfm.admin.ch\/content\/ejpd\/de\/home\/themen\/migration\/umsetzung_vb_zuwanderung.html\" rel=\"nofollow noopener\">Umsetzungsvorschlag des Bundesrates<\/a>\u00a0noch lange nicht so schlimm, wie er h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Insbesondere, dass er der Versuchung widersteht, einen neuen Saisonnierstatut einzuf\u00fchren, ist dem Bundesrat hoch anzurechnen \u2013 auch wenn es fast sicher ist, dass die betroffenen Lobbies noch eine Art prek\u00e4re, vor\u00fcbergehende Zuwanderung hineinverhandeln w\u00fcrden, wenn der Vorschlag je ernsthaft umgesetzt w\u00fcrde (und nicht eh am Widerstand der EU scheitert).\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-image\"><figure id=\"attachment_3678\" aria-describedby=\"caption-attachment-3678\" style=\"width: 1277px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3678 size-full\" src=\"http:\/\/test.foraus.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/vosding_alexandra_b08.jpg\" alt=\"\" width=\"1277\" height=\"850\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3678\" class=\"wp-caption-text\">Eine Putzfrau praesentiert sich neben ihrem Staubsauger in der VIP Lounge des Frankfurter Flughafens. Der Frankfurter Flughafen ist mit 71.000 Beschaeftigten (Ende 2009) die groesste Arbeitsstaette Deutschlands. FRAPORT, Frankfurt Airport City, 07.05.2010 [\u00a9 Alexandra Vosding, Dorotheenstrasse 27, D-61348 Bad Homburg, Fon.: +49-6172-1719749, Fax: +49-6172-684434, Mobile: +49.171.5451002; www.alexandra-vosding.de, info@alexandra-vosding.de; Konto-Nr.: 343975900, Commerzbank Bad Homburg BLZ:50040000; IBAN: DE39500400000343975900 SWIFT (BIC): COBADEFFXXX. USt-IdNr.: DE253228865; Mit dem Download des Bildes werden meine Allgemeinen Geschaeftsbedingungen (AGB)- downloadbar unter www.alexandra-vosding.de- akzeptiert. Verwendung nur gegen Honorar lt. aktueller MFM-Preisliste (+7% USt in DEU), Urhebervermerk (Foto: Alexandra Vosding) und 2 Belegexemplare an: Alexandra Vosding, Friedrichsdorfer Strasse 19 b, 61352 Bad Homburg. Verwendung des Bildes ausserhalb journalistischer Berichterstattung bedarf besonderer schriftlicher Vereinbarung. Die Nutzungsrechte werden ohne das Recht zur mechanischen oder elektronischen Veraenderung uebertragen, es sei denn, eine anders lautende Rechtsuebertragung ist ausdruecklich schriftlich vereinbart. Fuer weitere Varianten fragen Sie mich bitte \/\/ publishing only with royalty payment on basis of current MFM price list, USt-IdNr.: DE253228865; print samples and photocredit (photo: alexandra-vosding.de) required, downloading this picture you accept the general terms and conditions as avaliable at my website http:\/\/www.alexandra-vosding.de; for further variations please ask me.]<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<i>Arbeitnehmerin oder Dienstleistungserbringerin? So oder so eine Zuwandererin, die im Interesse aller als Mitglied der Gesellschaft behandelt werden sollte.<\/i>(Quelle:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.eintagdeutschland.de\/sites\/default\/files\/arbeiten\/vosding_alexandra_b08.jpg\" rel=\"nofollow noopener\">http:\/\/www.eintagdeutschland.de\/sites\/default\/files\/arbeiten\/vosding_alexandra_b08.jpg<\/a>)\n\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<b>Zuwanderung umdefiniert<\/b>\n\nEin wichtiger Pferdefuss hat der Umsetzungsentwurf des Bundesrates aber jetzt schon:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bfm.admin.ch\/content\/dam\/data\/migration\/schweiz_-_eu\/personenfreizuegigkeit\/umsetz-mei\/auslegung-bv-d.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">Er definiert Zuwanderung neu als Aufenthalt in der Schweiz, der l\u00e4nger als ein Jahr dauert.<\/a>\u00a0Damit werden Aufenthalte von weniger als einem Jahr den Zw\u00e4ngen der Masseneinwanderungsinitiative entzogen. Es entsteht so ein enormer politischer Anreiz, die Bed\u00fcrfnisse des Arbeitsmarktes durch Kurzaufenthalter zu decken, die zwar nicht Saisonniers heissen, aber Saisonniers sind. Und weil der Arbeitsmarkt sehr wahrscheinlich nicht \u00fcber die kontingentierte Zuwanderung versorgt werden k\u00f6nnte, w\u00fcrde die Schweizer Politik dieser Versuchung wohl rasch erliegen. Der urspr\u00fcngliche Entwurf des Bundesrates tut dies noch nicht. Er besteht zwar darauf, dass Aufenthalter bis zu einem Jahr nicht kontingentiert werden m\u00fcssten, nimmt aber vorerst nur Aufenthalter bis zu vier Monaten von der Kontingentierung aus.\n\nIst das besser? \u2013 Kaum. Denn die Gruppe von Personen, die nach dem Plan des Bundesrates von der Kontingentierung ausgenommen w\u00e4ren, sind\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bfm.admin.ch\/content\/dam\/data\/migration\/schweiz_-_eu\/personenfreizuegigkeit\/umsetz-mei\/konzept-umsetz-d.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">Dienstleistungserbringer bis zu vier Monaten<\/a>. Damit werden starke Anreize gesetzt, Dienstleister statt Arbeitnehmer zu rekrutieren. F\u00fcr den einzelnen Nachfrager kommt es nicht sehr darauf an, ob er f\u00fcr eine zu erledigende Arbeit eine Person einstellt oder ein Dienstleistungsunternehmen mit der Erledigung der Arbeit betraut. Er kann eine polnische Putzfrau einstellen oder die Dienstleistungen eines polnischen Reinigungsunternehmens in Anspruch nehmen. Er kann portugiesische Erntehelfer einstellen oder die Dienstleistungen einer portugiesischen Firma f\u00fcr Erntearbeiten in Anspruch. F\u00fcr die Gesamtwirtschaft aber bedeutet der Ersatz von Arbeitnehmer durch Dienstleister m\u00f6glicherweise ein\u00a0<a title=\"Link: http:\/\/www.forausblog.ch\/masseneinwanderungsinitiative-die-grosse-enteignung\/#.U9c5KMKIn_U\" href=\"http:\/\/www.forausblog.ch\/masseneinwanderungsinitiative-die-grosse-enteignung\/#.U9c5KMKIn_U\" rel=\"nofollow noopener\">grossen Verlust von Wertsch\u00f6pfungspotential<\/a>, denn das f\u00fchrt zu Menschen, die zwar in der Schweiz arbeiten, aber nur \u00fcber den Dienstleistungsmarkt zugelassen sind und keinen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Sie sind nicht Gastarbeiter, sondern Gastdienstleister und als solche unter Umst\u00e4nden noch st\u00e4rker prekarisiert, als es fr\u00fcher schon die Gastarbeiter waren. Sie haben noch weniger Autonomie, ihr Aufenthalt ist f\u00fcr eine noch k\u00fcrzere Zeit konzipiert und sie sind zus\u00e4tzlich zu einem Auftraggeber noch von einem Dienstleistungsunternehmen abh\u00e4ngig, das einen Teil des Wertes ihrer Arbeit f\u00fcr sich einstreicht.\n\nUnd die Idee, Zuwanderung vermeiden zu k\u00f6nnen, in dem Menschen nur vor\u00fcbergehend zugelassen werden, ist auf dem Dienstleistungsmarkt ebenso illusorisch, wie auf dem Arbeitsmarkt. Denn mit Dienstleistern ist es wie mit Arbeitskr\u00e4ften: Wenn man sie ruft, dann werden Menschen kommen.\n\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68605,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1820],"class_list":["post-79940","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-migration"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79940"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79940"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}