{"id":79998,"date":"2018-05-22T00:00:00","date_gmt":"2018-05-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/25-jahre-biodiversitaetskonvention-nicht-von-der-umsetzung-ablenken-lassen\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:28","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:28","slug":"25-jahre-biodiversitaetskonvention-nicht-von-der-umsetzung-ablenken-lassen","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/25-jahre-biodiversitaetskonvention-nicht-von-der-umsetzung-ablenken-lassen\/","title":{"rendered":"25 Jahre Biodiversit\u00e4tskonvention \u2013 Nicht von der Umsetzung ablenken lassen!"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<b>Anl\u00e4sslich des Internationalen Tages der Biodiversit\u00e4t vom 22. Mai 2018, schauen wir auf 25 Jahre Biodiversit\u00e4tskonvention zur\u00fcck: Was wurde dabei erreicht? Worin bestehen die gr\u00f6ssten Herausforderungen? Und: Welche Priorit\u00e4ten sollte die Schweizer Aussenpolitik im Rahmen der Biodiversit\u00e4tskonvention setzen?<\/b>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nAm 22. Mai 1992 wurde in Nairobi Einigkeit \u00fcber den Text des UN-\u00dcbereinkommens zum Schutz der biologischen Vielfalt erzielt. Die sogenannte Biodiversit\u00e4tskonvention (Convention of biological diversity \u2013 CBD) [1] ist mit \u00fcber 196 Vertragsstaaten eines der erfolgreichsten \u00dcbereinkommen der Vereinten Nationen und trat 1993 in Kraft. Heute feiert die CBD ihren 25. Geburtstag \u2013 Zeit f\u00fcr eine Zwischenbilanz.\n\n<b>Biodiversit\u00e4tsziele weltweit verfehlt<\/b>\n\n2002 setzten sich die CBD-Vertragsparteien das Ziel, den Biodiversit\u00e4tsverlust bis 2010 signifikant zu reduzieren. Anl\u00e4sslich der Vertragsstaatenkonferenz der CBD im 2010 in Nagoya, Japan, musste jedoch festgestellt werden, dass keiner der Staaten dieses Ziel erreicht hat. F\u00fcr die Jahre 2011 bis 2020 wurden deshalb 20 messbare und ergebnisorientiere Ziele verabschiedet, die sogenannten Aichi-Ziele. Sie stellen bis heute die Richtschnur f\u00fcr die internationale Biodiversit\u00e4tspolitik dar.\n\nDer 2014 publizierte\u00a0<a href=\"http:\/\/www.cbd.int\/gbo4\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">vierte Globale Biodiversit\u00e4tsbericht (GBO-4)<\/a>\u00a0zeigte jedoch, dass in den meisten L\u00e4ndern kein oder nur wenig Fortschritt in den Aichi-Zielen erzielt wurde oder dass man sich sogar weiter von den Zielen entfernte. Auch die Schweiz wird die globalen und nationalen Biodiversit\u00e4tsziele verfehlen: In einer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.pronatura.ch\/sites\/pronatura.ch\/files\/2017-11\/analyse-zur-erreichung-biodiversitaetsziele_de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ausf\u00fchrlichen Analyse<\/a>\u00a0[2] haben die Umweltverb\u00e4nde 2017 gezeigt, dass die Schweiz nur 5 von 49 bewerteten Zielen erreichen wird. Und auch von den Biodiversit\u00e4tszielen, die sich die Schweiz in ihrer Biodiversit\u00e4tsstrategie von 2012 selber gesetzt hat, wird nur eines von 18 strategischen Zielen erreicht werden k\u00f6nnen, n\u00e4mlich dasjenige zur Waldwirtschaft.\n\nDaf\u00fcr w\u00fcrden Anstrengungen im Biodiversit\u00e4tsschutz auch dazu beitragen, die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) zu erreichen. Beispielsweise tr\u00e4gt die Erhaltung der biologischen Vielfalt zur Armutsbek\u00e4mpfung (SDG 1), zur Ern\u00e4hrungssicherung (SDG 2), zum Gesundheitsschutz (SDG 3), zum Schutz von Land\u00f6kosystemen (SDG 15) sowie zur Friedensf\u00f6rderung (SDG 16) bei.\n\n<b>Neue Biodiversit\u00e4tsziele f\u00fcr 2020-2030<\/b>\n\nTrotz der mangelnden Umsetzung der Biodiversit\u00e4tsziele \u2013 oder vielleicht gerade deswegen \u2013 beginnt bereits jetzt die Planung der neuen CBD-Ziele, die ab 2020 bis voraussichtlich 2030 gelten sollen. Die Schweiz ist im Rahmen der Vorbereitungstreffen, sowie der Vertragsstaatenkonferenzen, aktiv an diesem Prozess beteiligt. Doch welche neuen Ziele sollen formuliert werden, wenn die aktuellen Ziele der letzten zehn Jahre gar noch nicht erreicht wurden?\n\nDie Aichi-Ziele von 2010 bilden ein gutes und umfassendes Gesamtkonzept, deren konsequente Umsetzung den angestrebten Stopp des Biodiversit\u00e4tsverlusts tats\u00e4chlich bewirken k\u00f6nnten. Vieles, wie beispielsweise die Frage der Nord-S\u00fcd-Finanzierung, die Erarbeitung nationaler Aktionspl\u00e4ne oder die Festlegung konkreter Indikatoren, ben\u00f6tigen viel Zeit, um in Gang gesetzt zu werden. Wenn nun die neuen Ziele der CBD grunds\u00e4tzlich neu konzipiert werden, riskiert man, dass diese Festlegungen wieder in Frage gestellt werden. Ein kompletter Wechsel des Zielkatalogs w\u00fcrde ausserdem eine zeitraubende \u00dcberarbeitung nationaler Strategien erfordern und damit massiv von der Priorit\u00e4t 1 ablenken \u2013 der Umsetzung.\n\nDie Schweiz sollte sich im Rahmen ihrer internationalen Umweltpolitik daf\u00fcr einsetzen, dass sich die neuen Biodiversit\u00e4tsziele 2020-2030 so wenig wie m\u00f6glich von der jetzigen Fassung unterscheiden. Viele der bestehenden Ziele k\u00f6nnten eins zu eins \u00fcbernommen werden, einige sollten anhand neu gewonnener Erkenntnisse \u00fcberarbeitet werden. Der Prozess sollte also vielmehr den Fokus darauf legen, wie Probleme bei der nationalen Implementierung gel\u00f6st werden k\u00f6nnen und wie die internationale Kooperation dabei besser unterst\u00fctzt werden kann. Selbstverst\u00e4ndlich ist die Schweiz gleichzeitig gefordert, die Biodiversit\u00e4tsziele innerhalb ihrer eigenen Landesgrenze zu erf\u00fcllen, wie beispielsweise die Umsetzung wirksamer Massnahmen gegen das Aussterben von Arten, die Ausscheidung zus\u00e4tzlicher Schutzgebiete oder die Ber\u00fccksichtigung der Biodiversit\u00e4t in s\u00e4mtlichen Politikbereichen. Die Expertise, die sie dabei entwickelt, kann sie wiederum auf internationaler Ebene einbringen und so die Erreichung der CBD-Ziele global vorantreiben.\n\n_________________________\n\n[1] Die Konvention hat drei gleichrangige Ziele: (1) Schutz der biologischen Vielfalt, (2) Nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und (3) Zugangsregelung und gerechter Ausgleich von Vorteilen, die aus der Nutzung genetischer Ressourcen entstehen.\n\n[2] Die 20 Aichi-Ziele wurden von der CBD in 56 Teilziele aufgeteilt. 7 Teilziele konnten f\u00fcr die Schweiz nicht beurteilt werden, da sie f\u00fcr die Schweiz nicht anwendbar waren (z.B. gesch\u00fctzte Meeresfl\u00e4che).\n\n<i><b>Foto:<\/b>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.stockfreeimages.com\/2092623\/Hand-with-targets-against-sky.html\" rel=\"nofollow noopener\">Stock Free Images<\/a><\/i>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":68642,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1952],"class_list":["post-79998","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","custom-themes-klima"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/79998","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68642"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=79998"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=79998"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=79998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}