{"id":80008,"date":"2018-08-03T00:00:00","date_gmt":"2018-08-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/teil-2-montenegro-nach-den-praesidentschaftswahlen-dukanovic-blendet-die-eu\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:29","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:29","slug":"teil-2-montenegro-nach-den-praesidentschaftswahlen-dukanovic-blendet-die-eu","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/teil-2-montenegro-nach-den-praesidentschaftswahlen-dukanovic-blendet-die-eu\/","title":{"rendered":"Teil 2 &#8211; Montenegro nach den Pr\u00e4sidentschaftswahlen: \u0110ukanovi\u0107 blendet die EU"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"fo-blog__detail__content__excerpt\">\n\n<strong>Am 15. April wurde Milo \u0110ukanovi\u0107 zum Pr\u00e4sidenten Montenegros gew\u00e4hlt und das nicht zum ersten Mal. Seit Jahren bestimmt er \u00fcber das kleine Balkanland wie \u00fcber sein eigenes Familienunternehmen. F\u00fcr die Rechtsstaatlichkeit und die wirtschaftliche Entwicklung ist das verheerend. Die EU dr\u00fcckt jedoch beide Augen zu.<\/strong>\n\n<\/div>\n<!--more-->\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\nDem Westen jedoch war \u0110ukanovi\u0107 \u2013 \u00a0allen Bedenken zum Trotz \u2013 \u00a0bereits in den 90-er Jahren sympathisch. \u0110ukanovi\u0107 distanzierte sich von Serbenf\u00fchrer Slobodan Milosevic und ist bis heute der wichtigste Ansprechpartner f\u00fcr die EU. \u0110ukanovi\u0107 gibt sich gerne und offen als EU-Politiker. Er hat Montenegro 2017 \u2013 trotz geh\u00f6riger Rechtsstaatsdefizite \u2013 in die Nato gef\u00fchrt.\n\nDer EU scheint es nach einer l\u00e4ngeren Flaute pl\u00f6tzlich wieder etwas dringlicher zu sein, die Integration der Westbalkanstaaten voranzutreiben. \u201eDie Erweiterung der EU ist eine Investition in Frieden, Sicherheit, Wohlstand und Stabilit\u00e4t in Europa.\u201c, sagte die EU-Aussenbauftragte Frederica Mogherini und lobte den Fortschritt der verl\u00e4sslichen Partner auf dem Westbalkan. Sie war im April auf Besuch in der Region.\n\n<strong>Die alte Leier des Westens: Stabilit\u00e4t gegen Rechtsstaatlichkeit<\/strong>\n\nIm Februar 2018 ver\u00f6ffentlichte die EU-Kommission ihr Strategiepapier <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/sites\/beta-political\/files\/communication-credible-enlargement-perspective-western-balkans_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eA credible enlargement perspective for and enhanced EU engagement with the Western Balkans\u201c.<\/a> Aber glaubw\u00fcrdige Perspektiven verlangen auch glaubw\u00fcrdige Massnahmen \u2013 \u00a0allerseits. Es reicht nicht, wenn die EU Montenegro und Serbien und k\u00fcrzlich auch Albanien und Mazedonien einl\u00e4dt, Beitrittsverhandlungen aufzunehmen.\n\nDenn verhandeln wird die EU mit jenen M\u00e4chtigen, welche zwar Stabilit\u00e4t aber auch Stillstand zementieren. Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, ein dynamischer Arbeitsmarkt, effiziente und nachhaltige Reformen in Gesundheit und Bildung geh\u00f6ren leider in den allermeisten F\u00e4llen nicht auf die Liste der Dinge, die sich die Quasi-Autokraten und Klanf\u00fchrer des Westbalkans auf ihre Fahnen schreiben k\u00f6nnen. \u0110ukanovi\u0107 auch nicht. Die EU h\u00e4lt dies in ihrem neusten <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_MEMO-18-3409_en.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Bericht zu Montenegro<\/a> zwar fest, stellt dem Zwergstaat aber trotzdem einen Beitritt bis 2025 in Aussicht. Eher unrealistisch, wenn man ehrlich ist.\n\nDoch die EU scheint in einem Dilemma zu stecken. Bereits hat es sich auch ger\u00e4cht, dass die sie \u00fcber die letzten Jahre oft zu sehr mit sich selbst und den eigenen Krisen besch\u00e4ftigt war. Russland und die T\u00fcrkei f\u00fcllen das Vakuum gerne, was der Stabilit\u00e4t der Region eher abtr\u00e4glich ist. Die EU muss also handeln. Gleichzeitig kann sie daf\u00fcr eigentlich langfristig nicht auf die M\u00e4nner setzen, die sie bisher gest\u00fctzt hat \u2013 einschliesslich \u0110ukanovi\u0107. Denn sie sind es, die das blockieren, was die EU verlangt: weniger Korruption, mehr Rechtsstaat. Wie die EU dieses Dilemma l\u00f6sen will, steht in den Sternen.\n\n<strong>Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Zukunft mit den Falschen<\/strong>\n\nVorl\u00e4ufig hat man am <a href=\"http:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/meetings\/international-summit\/2018\/05\/17\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Treffen EU-Westbalkan<\/a> in Bulgarien im Mai dieses Jahrs erneut betont, wie wichtig die Zusammenarbeit und das Bekenntnis zur europ\u00e4ischen Perspektive sei.\n\nImmerhin enth\u00e4lt die <a href=\"http:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/press\/press-releases\/2018\/05\/17\/sofia-declaration-of-the-eu-western-balkans-summit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">\u201eErkl\u00e4rung von Sofia, 17.Mai 2018\u201c<\/a> auch konkretere Massnahmen. Im Fokus: Die Konnektivit\u00e4t zwischen dem Westbalkan und der EU und innerhalb der Region zu verbessern. Die EU verpflichtet sich, digitale, wirtschaftliche, menschliche, Verkehrs- und Energie- Dimension der Konnektivit\u00e4t \u201eerheblich auszubauen\u201c.\n\nUnd da ist er wieder, der lange Schatten des Milo \u0110ukanovi\u0107. Irgendetwas sagt mir, dass \u0110ukanovi\u0107 ein Interesse daran haben k\u00f6nnte, dass sein Sohn von den Ideen zur Energiesicherheit profitiert. Der besitzt n\u00e4mlich ein Wasserkraftwerk.\n\n<\/div>\nImage: <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/142872259@N05\/25791379707\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">flickr<\/a>\n\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[1849],"custom-themes":[],"class_list":["post-80008","blog-post","type-blog-post","status-publish","hentry","region-europa"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/80008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=80008"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=80008"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=80008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}