{"id":80049,"date":"2019-06-14T00:00:00","date_gmt":"2019-06-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/braucht-die-schweiz-eine-feministischere-aussenpolitik-eine-aussenpolitische-perspektive-auf-den-nationalen-frauenstreik\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:35","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:35","slug":"braucht-die-schweiz-eine-feministischere-aussenpolitik-eine-aussenpolitische-perspektive-auf-den-nationalen-frauenstreik","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/braucht-die-schweiz-eine-feministischere-aussenpolitik-eine-aussenpolitische-perspektive-auf-den-nationalen-frauenstreik\/","title":{"rendered":"Braucht die Schweiz eine feministischere Aussenpolitik? Eine aussenpolitische Perspektive auf den nationalen Frauenstreik"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"iw\"><strong>Die Schweiz wird f\u00fcr viele ihrer Errungenschaften bewundert: F\u00fcr ihre direkte Demokratie, die p\u00fcnktlichen Uhren, hohe Lebensqualit\u00e4t, Weltklasse-Universit\u00e4ten und Innovationen. Doch in einem Bereich bleibt die Schweiz \u00fcberraschend zur\u00fcck: In der Gleichstellung der Geschlechter.<\/strong><\/p>\n<!--more-->\n<ul>\n \t<li><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Laut dem \u201e<\/span><a href=\"https:\/\/www.economist.com\/graphic-detail\/2019\/03\/08\/the-glass-ceiling-index\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><span style=\"font-weight: 400;\">Glass-Ceiling-Index<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c des \u201eEconomist\u201c liegt die Schweiz bei der Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt hinter den meisten OECD-L\u00e4ndern.<\/span><\/li>\n \t<li><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Gem\u00e4ss<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00a0<\/span><a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/arbeit-erwerb\/loehne-erwerbseinkommen-arbeitskosten\/lohnniveau-schweiz\/lohnunterschied.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><span style=\"font-weight: 400;\">Bundesamt f\u00fcr Statistik<\/span><\/a> <span style=\"font-weight: 400;\">verdienen Frauen im Schnitt satte 20% weniger als M\u00e4nner. Davon sind 7 % nicht durch externe Faktoren erkl\u00e4rbar<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">.<\/span><\/li>\n \t<li><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Der<\/span><a href=\"https:\/\/www.schillingreport.ch\/de\/medienmitteilung-schillingreport-2019\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> <span style=\"font-weight: 400;\">Schillingreport<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> zeigt, dass der Frauenanteil in Gesch\u00e4ftsleitungen bei 9% und in Verwaltungsr\u00e4ten bei 21% liegt.<\/span><\/li>\n \t<li><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Im Bereich \u00f6konomischer Chancengleichheit und Partizipation liegt die Schweiz gem\u00e4ss dem <\/span><a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/reports\/the-global-gender-gap-report-2018\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><span style=\"font-weight: 400;\">Global Gender Gap Report<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> 2018 auf Platz 34 von 149.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Die Publikation \u00ab\u00a0<\/span><a href=\"\/?p=13664&amp;fbclid=IwAR2TROYRcYyTSx6yiYI3Pc55EiKEcoyUS8OW4VUcysrxRIxyrRpI1g-0qTY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\">Making Gender Work<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u00bb war die l\u00f6sungsorientierte \u00a0Antwort des foraus Gender-Programms auf diese Diskrepanzen in der Geschlechtergleichstellung im internationalen Vergleich. Der nationale Frauenstreik am 14. Juni ist innenpolitischer Ausdruck des noch immer vorherrschenden Ungleichgewichts. Aus aktuellem Anlass wollen wir heute einen feministischen Blick auf die Schweizer Aussenpolitik werfen.<\/span>\n\n<b>Frauen in der Schweizer Aussenpolitik<\/b>\n\n<span style=\"font-weight: 400;\">Nachdem die Schweiz 1956 als letztes Land in Europa ihr Aussendepartement auch f\u00fcr Frauen \u00f6ffnete, ging es in der <\/span><a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/politik\/chancengleichheit_frauen-erobern-die-schweizer-aussenpolitik\/44720044;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><span style=\"font-weight: 400;\">Schweizerischen Aussenpolitik<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> vorw\u00e4rts &#8211; wenn auch langsam. Heute sind nur 30 der insgesamt 155 Botschafter*innen im Aussendepartement Frauen. Gem\u00e4ss der <\/span><a href=\"https:\/\/www.eda.admin.ch\/dam\/deza\/de\/documents\/themen\/gender\/strategie-gender-2017_DE.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><span style=\"font-weight: 400;\">EDA Strategie zur Geschlechtergleichstellung<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> betrug 2016 der Frauenanteil im Topmanagement des Aussendepartements bloss 20%, bei diplomatischen Kaderstellen lag dieser bei nur 17%. Will heissen: es gibt klar Nachholbedarf.<\/span>\n\n<b>Geschlechtergleichstellung im Zentrum der diplomatischen Agenda<\/b>\n\n<span style=\"font-weight: 400;\">Gewisse L\u00e4nder adressieren Fragen der Geschlechtergleichstellung sehr viel expliziter als die Schweiz und bekennen sich offiziell zu einer \u201cfeministischen Aussenpolitik\u201d. Als erstes Land hat Schweden eine solche 2014 verabschiedet und dabei die F\u00f6rderung der Geschlechtergleichstellung und Frauenrechte ins Zentrum der diplomatischen Agenda ger\u00fcckt. \u00a0Schwedens Aussenministerin Margot Wallstr\u00f6m hielt k\u00fcrzlich fest: \u00ab<\/span><a href=\"https:\/\/www.opencanada.org\/features\/four-years-sweden-remains-committed-its-feminist-foreign-policy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><span style=\"font-weight: 400;\">\u00dcberall auf der Welt werden Frauen bez\u00fcglich Ressourcen, Repr\u00e4sentation und Rechte benachteiligt. Dies ist der einfache Grund, warum wir eine feministische Aussenpolitik vorantreiben &#8211; mit Entschlossenheit, weltweit<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">.\u00bbDiesem Vorbild sind weitere L\u00e4nder wie Kanada, \u00d6sterreich und zuletzt <\/span><a href=\"https:\/\/foreignpolicy.com\/2019\/05\/20\/g7-france-feminist-foreign-policy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><span style=\"font-weight: 400;\">Frankreich<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> gefolgt.<\/span>\n\n<span style=\"font-weight: 400;\">Eine feministische Aussenpolitik weist einerseits strategisch eine gendergerechte Perspektive in s\u00e4mtlichen Politikbereichen auf und bem\u00fcht sich spezifisch um die St\u00e4rkung der Rechte von Frauen. Andererseits geht es um die gleichberechtigte Vertretung von Frauen im diplomatischen Dienst, bei Friedensverhandlungen oder in sicherheitspolitischen Gremien.<\/span>\n\n<b>F\u00fcr mehr Chancengleichheit &#8211; auch in der Schweizerischen Aussenpolitik <\/b>\n\n<span style=\"font-weight: 400;\">Die schwache Repr\u00e4sentation der Frauen in der Schweizer Aussenpolitik ist ein Spiegelbild der innenpolitischen Lage und der vielerorts vorherrschenden traditionellen Geschlechternormen. Es braucht ein gesellschaftliches Umdenken, strukturelle Ver\u00e4nderungen auf dem Arbeitsmarkt wie auch im Steuer- und Sozialsystem sowie eine Debatte \u00fcber den Wert unbezahlter Care-Arbeit. Nur so kann mit der konventionellen Rollenverteilung gebrochen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erm\u00f6glicht werden &#8211; f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner gleichermassen. Angesichts berufsbedingter Anforderungen, wie etwa Auslandseins\u00e4tze und rasch wandelnde internationale Entwicklungen und Politik, bedarf es gezielter Massnahmen und innovativer Arbeitsmodelle, um Frauen in der m\u00e4nnerdominierten Aussenpolitik zu f\u00f6rdern. Ohne solche gibt es keine echte Chancengleichheit und damit keine Parit\u00e4t von Frauen und M\u00e4nnern in Schl\u00fcsselpositionen. \u00a0<\/span>\n\n<span style=\"font-weight: 400;\">In einer Welt, die noch immer stark von geschlechtsspezifischen Benachteiligungen gepr\u00e4gt ist, welche sich auch hierzulande offenbaren, muss die Bek\u00e4mpfung der Geschlechterungleichheit ein Fokus der aussenpolitischen Agenda darstellen. Wir empfehlen, das Thema Geschlechtergleichstellung (SDG 5) auf langfristigere, institutionell breiter abgest\u00fctzte Weise in der Schweizer Aussenpolitik zu verankern und entsprechende Ressourcen sicherzustellen. Ein innenpolitischer Wandel soll Hand in Hand mit einer feministischeren Perspektive auch in der Aussenpolitik gehen. Die Schweiz d\u00fcrfte ruhig mutiger sein.<\/span>\n<div class=\"fo-blog__detail__content__content\">\n<div class=\"fo-row\">\n<div class=\"fo-blog__content-html\">\n\n<strong>Image: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/new-york-city-march-8-2018-1041691231?studio=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Shutterstock<\/a>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[1826],"class_list":["post-80049","blog-post","type-blog-post","status-publish","hentry","custom-themes-gender-diversity"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/80049","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=80049"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=80049"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=80049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}