{"id":80075,"date":"2019-12-10T16:25:36","date_gmt":"2019-12-10T15:25:36","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/human-rights-and-business-verantwortung-von-allen\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:40","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:40","slug":"human-rights-and-business-verantwortung-von-allen","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/human-rights-and-business-verantwortung-von-allen\/","title":{"rendered":"\u00abHuman Rights and Business\u00bb &#8211; Verantwortung von allen"},"content":{"rendered":"\n<b>Selbstverantwortung seitens Verbraucher- als auch Unternehmen funktioniert nicht. So kommt es weltweit immer noch zu Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen. Es braucht neue Anreizsysteme, verst\u00e4rkte Bem\u00fchungen nationaler Regierungen und multilateraler Organisationen. Im Rahmen des internationalen Menschenrechtstags hat sich foraus die folgende Frage gestellt: \u00abHuman Rights and Business \u2013 Ist ein Einklang m\u00f6glich?\u00bb. Mit der Methode <\/b><a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/\" rel=\"nofollow noopener\"><b>Policy Kitchen<\/b><\/a><b> wurde \u00fcber die vergangenen Wochen Ideen und L\u00f6sungsans\u00e4tze erarbeitet, die hier zusammengefasst aufgef\u00fchrt werden.\u00a0<\/b>\n\n&nbsp;\n\n<b>Hintergrund<\/b>\n\nHeute ist internationaler Menschenrechtstag. Am 10. Dezember erinnert die Welt an den Tag, an dem die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 die Allgemeine Erkl\u00e4rung der Menschenrechte verabschiedete \u2013 ein richtungsweisendes Dokument. 2019, 71 Jahre sp\u00e4ter, ist die Frage der Menschenrechte nach wie vor von h\u00f6chster Relevanz. Mit der fortschreitenden Globalisierung m\u00fcsste auch die Verantwortung von Unternehmen wachsen, doch viele <i>buzzwords <\/i>lassen die Alarmglocken l\u00e4uten: schlechte Arbeitsbedingungen, L\u00f6hne unter dem Existenzminimum, moderne Sklaverei, Klimagerechtigkeit \u2013 die Liste ist lang!\n\nNach internationalem Recht haben Unternehmen keine verbindlichen Verpflichtungen, die Menschenw\u00fcrde zu achten. Der Druck durch KonsumentInnen, Zivilgesellschaft, staatliche Akteure und konkurrierende Unternehmen ist in den letzten Jahren jedoch stark angestiegen. Eine zunehmende Anzahl von Unternehmen nimmt ihre Verantwortung ernst und bem\u00fcht sich, Menschenrechtsverletzungen nachzugehen oder diese vorzubeugen. Auch das diesj\u00e4hrige <i>UN Forum on Business and Human Rights<\/i> befasste sich unter dem Titel \u00ab<a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/EN\/HRBodies\/HRC\/Pages\/NewsDetail.aspx?NewsID=25332&amp;LangID=E\" rel=\"nofollow noopener\">Time to act: Governments as catalysts for business respect for human rights<\/a>\u00bb mit der Verantwortung nationaler Regierungen zum Schutz vor Menschenrechtsverletzungen durch Firmen. Dies ist jedoch keine einfache Aufgabe, zumal die Produktionsketten sehr komplex sind. Der Diskurs wird zumeist polarisierend gef\u00fchrt, mit Unternehmen auf der einen Seite und MenschenrechtsverteidigerInnen auf der anderen.\n\nIn den vergangenen Wochen hat foraus mit der Methode Policy Kitchen eine Plattform f\u00fcr einen konstruktiven Dialog geschaffen. Die Frage \u00ab<a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/humanrights.business\" rel=\"nofollow noopener\"><b>Business &amp; Human Rights \u2013 Ist ein Einklang m\u00f6glich<\/b>?<\/a>\u00bb wurde an vier interaktiven Workshops in Basel (30.10.2019), Neuenburg (4.11.2019), St.Gallen (11.11.2019) und Genf (13.11.2019) in Begleitung von ExpertInnen mit dem Publikum diskutiert. GastrednerInnen haben jeweils zuerst kurze thematische Inputs geliefert und zusammen mit dem foraus-Team die TeilnehmerInnen bei der Entwicklung von innovativen Vorschl\u00e4gen betreut.\n\nIm Anschluss konnten die Ideen von den TeilnehmerInnen online bis zum 14. November weiter ausgearbeitet werden. Ein Moderationsteam zusammengesetzt aus LeiterInnen von drei foraus-Programmen (Diplomatie und Internationale Akteure, V\u00f6lkerrecht sowie Frieden und Sicherheit) begleitete den Online-Prozess.\n\n&nbsp;\n\n<b>Ergebnisse<\/b>\n\nDie gut zwei dutzend Beitr\u00e4ge der knapp 50 TeilnehmerInnen der Policy Kitchen Challenge decken ein breites Spektrum an innovativen L\u00f6sungsans\u00e4tzen ab. Neben der F\u00f6rderung von Selbstregulierungsmechanismen auf der Angebots- als auch Nachfrageseite, wurde auch die Unterst\u00fctzung von Betroffenen und lokalen Akteuren sowie die Rolle multilateraler Plattformen hervorgehoben. Ein L\u00f6sungsvorschlag um Menschenrechte und Business in Einklang zu bringen ist, die Produktionskette f\u00fcr die Konsumenten <a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/humanrights.business\/idea\/enhancing-transparency-companies-human-rights-compliance-through-creation\" rel=\"nofollow noopener\">transparenter<\/a> zu machen. Unter anderem wurden die Einf\u00fchrung verschiedener Indizes vorgeschlagen, um die breite \u00d6ffentlichkeit zu sensibilisieren. In diesem Kontext kam auch die <a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/humanrights.business\/idea\/facilitating-consumer-awareness-participatory-index-and-reports\" rel=\"nofollow noopener\">Idee einer App<\/a> auf, durch die KonsumentInnen direkt beim Kauf eines Produkts mit Hilfe eines QR-Codes pr\u00fcfen k\u00f6nnen, welche Menschenrechtsstandards bei der Produktion eingehalten wurden. Es wurde auch mehrfach die Idee aufgebracht, mit <a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/humanrights.business\/idea\/rating-influencers\" rel=\"nofollow noopener\">InfluencerInnen<\/a> zu arbeiten. Diese k\u00f6nnen VerbraucherInnen f\u00fcr die Thematik sensibilisieren und KonsumentInnen k\u00f6nnen wiederum Druck auf <a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/humanrights.business\/idea\/influencer-means-create-awareness\" rel=\"nofollow noopener\">InfluencerInnen<\/a> aus\u00fcben, sodass diese bevorzugt mit Firmen zusammenarbeiten, die gute Index-Ergebnisse haben. Der Erhalt von InfluencerInnen als Marketingtool w\u00e4re ein zus\u00e4tzlicher Anreiz f\u00fcr Firmen auf die Einhaltung von Menschenrechten zu achten.\n\nNeben der Selbstregulierung der Konsumenten wurde auch vermehrt die Wichtigkeit der Selbstregulierung auf Unternehmensseite betont. Die Konsultation einer <a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/humanrights.business\/idea\/ethikkommission\" rel=\"nofollow noopener\">externen Ethikkommission<\/a> solle der \u00dcberpr\u00fcfung von Menschenrechtsverletzungen dienen und k\u00f6nnte beispielsweise existenzsichernde L\u00f6hne entlang der gesamten Produktionskette sicherstellen.\n\nAuch die Regulierung auf der Angebotsseite auf multilateraler Ebene wurde thematisiert. Eine Arbeitsgruppe sah die L\u00f6sung in der <a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/humanrights.business\/idea\/wto-reform\" rel=\"nofollow noopener\">Reform der WTO<\/a> mit dem Ziel, dass Menschenrechte in internationalen Freihandelsabkommen einen gr\u00f6sseren Stellenwert bekommen. Um lokale Akteure und betroffene Gemeinschaften zu st\u00e4rken wurde vorgeschlagen, dass man ihnen <a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/humanrights.business\/idea\/empower-suppliers-making-them-stakeholder-0\" rel=\"nofollow noopener\">vermehrt Anteile an Exportfirmen<\/a> \u00fcbertragen solle. Durch den gr\u00f6sseren Einfluss auf Entscheidungsmechanismen w\u00fcrden sie somit gest\u00e4rkt werden. Betont wurde auch die Wichtigkeit des Zugangs zu wirksamen rechtlichen Instrumenten f\u00fcr Gesch\u00e4digte in Produktionsl\u00e4ndern.\n\n&nbsp;\n\n<b>Ausblick<\/b>\n\nVerbraucherInnen und Firmen m\u00fcssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden und auch vermehrt zur Rechenschaft gezogen werden. Es liegt im Interesse und ist die Verantwortung aller, dass die Menschenrechte entlang der gesamten Produktionskette eingehalten werden. Die bisherigen <a href=\"https:\/\/www.policykitchen.com\/group\/23\/ideas?phase=63&amp;sort_by=created&amp;sort_order=DESC&amp;created_op&amp;login_op&amp;page=1\" rel=\"nofollow noopener\">Ideen Ans\u00e4tze<\/a> sind vielversprechend und laden dazu ein, noch weiter ausgearbeitet zu werden.\n\n&nbsp;\n<h5><em><span style=\"font-size: 10.0pt; line-height: 107%; font-family: 'Arial',sans-serif; color: black; background: white;\">Die online Diskussion moderierten Kevin Karlen und Matthias Rast (V\u00f6lkerrecht), Julia Hofstetter (Frieden &amp; Sicherheit) und Anna Greipl (Diplomatie &amp; internationale Akteure).\u00a0 Ein besonderer Dank geht an Julia und Matthias f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Bearbeitung dieses Blogs.<\/span><\/em><\/h5>\n<pre><\/pre>\n","protected":false},"featured_media":80076,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[],"class_list":["post-80075","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/80075","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/80076"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=80075"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=80075"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=80075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}