{"id":80145,"date":"2020-09-24T16:07:28","date_gmt":"2020-09-24T14:07:28","guid":{"rendered":"https:\/\/foraus.ch\/blog-post\/personenfreizuegigkeit-in-der-krise\/"},"modified":"2026-05-27T11:21:47","modified_gmt":"2026-05-27T09:21:47","slug":"personenfreizuegigkeit-in-der-krise","status":"publish","type":"blog-post","link":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/blog-post\/personenfreizuegigkeit-in-der-krise\/","title":{"rendered":"Personenfreiz\u00fcgigkeit in der Krise?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><i><span style=\"font-weight: 400;\">Im Zuge der sogenannten \u00abFl\u00fcchtlingskrise\u00bb, des erstarkten Rechtspopulismus und zuletzt der Corona-Krise ist der Abgesang auf die Personenfreiz\u00fcgigkeit und das offene Europa immer lauter geworden. Steckt damit das Recht auf freien Personenverkehr in Europa in einer fundamentalen Krise? Die Einstellungsforschung widerspricht diesem Narrativ und weist eine stabile Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung nach. Dieses Paradox verlangt nach Erkl\u00e4rungen, die ich in diesem Blogbeitrag aufzuzeigen versuche.<\/span><\/i><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-weight: 400;\">Vor \u00fcber zwanzig Jahren einigte sich die Schweiz mit der Europ\u00e4ischen Union auf die Einf\u00fchrung der Personenfreiz\u00fcgigkeit. Damit erhielten Schweizer*innen das Recht, frei zu w\u00e4hlen, wo in Europa sie leben, arbeiten und studieren wollen. Verschiedene Entwicklungen haben dem Narrativ Vorschub geleistet, dass die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Personenfreiz\u00fcgigkeit seither zur\u00fcckgegangen sei. Im Februar 2014 sprach sich etwa eine knappe Mehrheit der Schweizer*innen f\u00fcr die Masseneinwanderungsinitiative aus, welche die Wiedereinf\u00fchrung von Einwanderungskontingenten und eine positive Diskriminierung von inl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4ften gegen\u00fcber aus der EU zugewanderten verlangte. Dann spitzte sich im Jahr 2015 die sogenannte Fl\u00fcchtlingskrise zu und gipfelte in der tempor\u00e4ren Wiedereinf\u00fchrung von Grenzkontrollen innerhalb des Schengenraumes. Im Nachgang gewannen rechtspopulistische Parteien vermehrt an Zuspruch in nationalen Wahlen und versprachen mehr nationale Souver\u00e4nit\u00e4t und weniger Migration. Schliesslich erfasste die Corona-Pandemie auch den europ\u00e4ischen Kontinent. Die Personenfreiz\u00fcgigkeit wurde vor\u00fcbergehend ausser Kraft gesetzt und die Rufe nach nationalen Grenzschliessungen wurden noch lauter.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><b>Wie steht es tats\u00e4chlich um die Unterst\u00fctzung der Personenfreiz\u00fcgigkeit in Europa und der Schweiz?<\/b><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die politikwissenschaftliche Einstellungsforschung liefert zu dieser Frage interessante Einsichten. Die umfangreichste Datengrundlage zu den Einstellungen gegen\u00fcber der Personenfreiz\u00fcgigkeit liefern die Eurobarometer-Zeitreihen. Die <\/span><a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/IP_19_4969\" rel=\"nofollow noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\">Daten<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> aus dem Jahr 2019 zeigen, dass in allen EU-Staaten die Personenfreiz\u00fcgigkeit mehrheitlich unterst\u00fctzt wird &#8211; im Durchschnitt von 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung; Italien und Grossbritannien weisen mit 68 Prozent die geringste Unterst\u00fctzungsrate auf, Litauen ist mit 94 Prozent Spitzenreiter. In der letzten Umfrage von Februar\/M\u00e4rz 2020 waren gar 84 Prozent der befragten Europ\u00e4er*innen der Meinung, dass die Personenfreiz\u00fcgigkeit ihrem Land insgesamt wirtschaftliche Vorteile bringt.\u00a0<\/span><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><span style=\"font-weight: 400;\">Der vielleicht gr\u00f6sste Test f\u00fcr die Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung war die sogenannte Fl\u00fcchtlingskrise von 2015, bei der die Einwanderung zum dominierenden Thema wurde und der Druck zu restriktiven migrationspolitischen Massnahmen weiter zunahm. <\/span><\/p>\n","protected":false},"featured_media":68713,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"archive-status":[],"region":[],"custom-themes":[],"class_list":["post-80145","blog-post","type-blog-post","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post\/80145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/blog-post"}],"about":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog-post"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68713"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"archive-status","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/archive-status?post=80145"},{"taxonomy":"region","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/region?post=80145"},{"taxonomy":"custom-themes","embeddable":true,"href":"https:\/\/foraus.ch\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/custom-themes?post=80145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}